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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 04:57 Uhr

Windparks : Windrad-Abbau sorgt für Erstaunen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Anlage zwischen Elmenhorst und Nienhagen entfernt – vor Jahren hatten Anwohner noch vergeblich dagegen protestiert.

von
erstellt am 21.Jan.2015 | 11:00 Uhr

Windparks haben Hochkonjunktur. Erst kürzlich sorgte die Ausweisung eines entsprechenden Gebiets vor der Ostseeküste für einen Aufschrei in Kühlungsborn und Heiligendamm. Auch in Nienhagen sorgen Windkraftanlagen für Gesprächsstoff. Nachdem der Betreiber eine Anlage am Ortsrand kurz vor dem Jahreswechsel abbaute, fürchten die Bewohner nun die Errichtung weitaus größerer Windräder.

„Für uns kommt das sehr überraschend“, sagt Erna Pröber. Vor mehr als zehn Jahren habe es wegen der Lautstärke zwar eine Unterschriftenaktion gegeben, dieser Protest sei dann jedoch ohne Erfolg geblieben. Umso mehr wundert sich die Rentnerin über den plötzlichen Rückbau der vor rund 20 Jahren errichteten Anlage. Die 85-Jährige bringt die die Angst vieler Bewohner des Technoparks in der Gemeinde Nienhagen auf den Punkt: „Jetzt hoffen wir nur, dass keine neuen, noch größeren Windräder folgen“, sagt die „Warum sie abgebaut wurde, wissen wir nämlich nicht.“

Licht ins Dunkle bringen kann Herbert Blindzellner, kommissarischer Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. „Am 15. Januar ging bei uns die Stilllegungsanzeige für die nördlichste der ehemals sechs Windenergieanlagen zwischen Nienhagen und Elmenhorst ein“, informiert der 61-Jährige. Ein dabei in der Regel durchaus üblicher Antrag auf einen Neubau ist jedoch nicht eingegangen. „Der Typ AN Bonus besitzt bei einer Narbenhöhe von 35 Metern eine Nennleistung von 450 Kilowattstunden. Wenn man bedenkt, dass heutige Anlagen mit 3500 Kilowattstunden etwa das Siebenfache erzielen und bis zu 120 Meter hoch sind, liegt die Vermutung der Unwirtschaftlichkeit nahe“, sagt Blindzellner. Einspäter Neuantrag sei zwar nicht auszuschließen. Die Nähe zum Wohngebiet werfe allerdings die Frage auf, ob eine Genehmigung heute überhaupt noch möglich wäre.

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