emotionale debatte : Windkraftgipfel: Gegner warnen

Wird das Land der 1000 Seen zum Land der 1000 Windparks?
Wird das Land der 1000 Seen zum Land der 1000 Windparks?

Neues Energiekonzept der Landesregierung in der Diskussion: Wird das Land der 1000 Seen zum Land der 1000 Windparks?

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16. März 2015, 08:00 Uhr

Darüber, ob statt freier Sicht bis zum Ende des Horizonts bald 200 Meter hohe Windkrafträder das Panorama des Ostseebads beherrschen, kann noch spekuliert werden. Dass jedoch nicht alle Bürger die geplante Errichtung von neuen Windparks im Land positiv sehen, wurde am Sonnabend auf dem 1. Windkraftgipfel im Warnemünder Kurhaus deutlich.

So forderte Norbert Schumacher, Vorsitzender des Aktionsbündnisses „Freier Horizont“, die unbedingte Einbeziehung der Gemeinden, was die Gestaltung ihres Landes betreffe.

Bereits im Februar hatte die Landesregierung ihr neues Energiekonzept vorgestellt, das den Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien wie Windkraft vorsieht. Dabei ist nicht nur die Alleinversorgung des Bundeslandes vorgesehen, sondern eine Karriere MVs als Energie-Exportland. Bis 2020 soll das Land 6,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs Deutschlands decken können, was die Errichtung unzähliger neuer Windparks – auch in Küstennähe – zur Folge haben muss.

Angesichts der Vorstellung, dass ihr Land der 1000 Seen sich künftig als Land der 1000 Windparks präsentieren könnte, wurden die Proteste aus den Gemeinden sowie der Tourismusbranche laut. Auf dem Gipfel wurde neben der Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier vor allem über die Unwirtschaftlichkeit der Windräder diskutiert. So rechnete Nikolai Ziegler, Vorsitzender der Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik „Vernunftkraft“ vor, dass die Leistung der bereits vorhandenen Windräder Energie im Wert von etwa 2,5 Milliarden erzeugen könne. „Dies steht jedoch in keinem Verhältnis zu Mitteln von 14,7 Milliarden, die für die Errichtung genutzt wurden“, so Ziegler. Zudem würde aufgrund fehlender Speicherkapazitäten für den im Land erzeugten Strom ein großer Teil ins Ausland verkauft, so Ziegler.

Auch der Energieminister Christian Pegel (SPD) hatte sich am Sonnabend den kritischen Fragen der Windkraftgegner gestellt. So betonte er die Schaffung von Arbeitsplätzen, die im Zuge der Entwicklung MVs zum Exportland für erneuerbare Energien entstehen würden. Eine Gefahr für die Tourismusbranche sähe er dagegen nicht: „In den letzten zwei Jahren steht der Zunahme von Windkrafträdern eine deutliche Zunahme der Übernachtungen im Land gegenüber“, so Pegel. Außerdem sei es Sache der Gastgeber, den Touristen ihre Akzeptanz der Offshore-Parks an den Küsten zu signalisieren, um das Thema zu enttabuisieren.

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