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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 13:16 Uhr

Diedrichshagen : Wildschweine kommen näher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In dem Stadtteil gibt es so viel Borstentiere wie lange nicht / Gemeinschaft von Grundeigentümern hat Jagdfläche gepachtet

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Auf dem Wanderweg hinter der Diedrichshäger Ausflugsgaststätte Wilhelmshöhe haben Wildschweine die Wege kräftig durchwühlt. Die Allesfresser sind immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Dabei kommen sie momentan ziemlich furchtlos aus dem Dickicht auf die Wege der Menschen. In dieser Form gab es das bisher fast nie. Selten ist die Anzahl der Tiere so hoch und die Nähe zu öffentlichen Flächen so groß wie jetzt.

„In dieser Dimension hat es das bisher noch nicht gegeben“, bestätigt Katharina Soyk von der Wilhelmshöhe. „Auch unsere Gäste haben bereits Wildschweine beobachtet in der Wolfsschlucht und auf Wegen“, sagt sie. Revierförster Christoph Willert vom Forstamt bestätigt, dass es sich um weitaus mehr Wildschweine als in vorherigen Jahren handelt. „Grundsätzlich sind hier Wildschweine nicht neu, neu ist lediglich die Ausbreitung“, sagt er. Das Bejagen dieser Wildschweine fällt allerdings nicht in die Zuständigkeit des Rostocker Forstamtes. Die Fläche ist jagdrechtlich verpachtet an einen Zusammenschluss von Grundeigentümern.

„Durch den Durchlass an einem Teich gelangen die Schweine auf den Wall und fressen sich dort satt“, weiß eine Naturkennerin aus Warnemünde. Auch auf dem Solarpark Diedrichshagen wurden die Tiere schon gesichtet. „Wir sind kommende Woche da, dann werden wir uns das einmal ansehen“, sagt Jürgen Westra, Technischer Leiter der Ingenia GmbH. „Normalerweise ist ein Zaun davor, aber wir werden uns selbst ein Bild machen.“ Auch in den südlichen Bundesländern gibt es immer mehr Wildschweine. „Das hängt unter anderem mit der Monokultur in der Landwirschaft und den weniger starken Wintern zusammen“, weiß Westra.

Auf dem Gelände des Angelvereins sind die Borstentiere ebenfalls zu Gast. „Das war allerdings auch immer schon so“, sagt ein Bootsbesitzer. Auch dort soll es den Schweinen an den Kragen gehen.

Auf der Insel Usedom spazieren Wildschweine inzwischen manchmal unerschrocken auf der Promenade. Vielleicht steht den Warnemündern dieser Anblick auch bevor, wenn die Zahl der Tiere nicht durch die Jäger reduziert wird.



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