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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 23:23 Uhr

Rostock : Wiedergeburt des Maritimen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vereine, Stadt und Bürgerschaft debattieren, wie Identität entsprochen werden kann - Kehrt nach der „Undine“ auch die „Stubnitz“ zurück?

Mit Ausstellungen allein sei maritimes Erbe nicht mehr vermittelbar, das Interesse daran nicht mehr zu wecken, findet Hans-Joachim Hasse vom Maritimen Rat. „Es muss aber vermittelbar werden – für zukünftige Generationen.“

Der Rat ist zusammen mit Stadtverwaltung, Bürgerschaft und maritimen Vereinen in einer Arbeitsgruppe zur maritimen Meile. Und wenn darüber debattiert wird, geht es nicht nur um die Anzahl der Schiffe im Stadthafen, sondern darum, wie Rostock seiner Identität gerecht wird. „Es gibt so viele Vorschläge.“ Ein maritimes Tourismusgebäude soll entstehen, ein Zentrum der Meile, die sich vom Liegeplatz der „Undine“ hinter dem Aida-Gebäude bis zum alten Werftgelände erstrecken soll. Ein maritim geprägter Spielplatz sei eine Idee, Grillflächen auf einer neuen Fläche über dem Wasser, eine Flaggenparade, ein Seezeichenlehrpfad. „Wir wollen die Meile attraktiv machen“, sagt Hasse. Das wird kostspielig. Aber die Stadt habe daran genauso ein Interesse, sagt Hasse – zum einen, weil der Erhalt des maritimen Erbes in ihrer Verantwortung lege und zum anderen weil es auch touristisch ein wichtiger Faktor sein könnte.

Zu dieser Meile wird auch die „Undine“ gehören. Der Freundeskreis Maritimes Erbe holte das vermeintlich älteste deutsche Seebäderschiff wieder zurück in den Hafen. Dort wartet es aber nur auf seine landseitige Inszenierung, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Steffen Wiechmann. Dafür stehen die Reste der Helling, der schräg abfallenden Fläche hinter dem Einkaufsmarkt auf dem ehemaligen Werftgelände, ein Platz nahe dem Fähranleger Kabutzenhof oder oberhalb eines alten Tiefbunkers in der Hellingstraße zur Debatte. Stadtplanungs-, Kulturamt und Verein stimmen sich ab. Die künstlerische Inszenierung obliegt einem Team aus Studenten und einem Professor der Hochschule Wismar. „Wir hoffen, bis Anfang Februar erste Vorschläge zu bekommen“, sagt Wiechmann. Der Erhalt der „Undine“ ist Primäranliegen des Vereins, gegründet hatte er sich anlässlich des Dramas um die „Georg Büchner“. „Wir kümmern uns um die gesamte maritime Kultur in Rostock“, sagt Wiechmann. Deswegen lud der Verein, der auch Mitglied im Maritimen Rat ist, gestern zu einem maritimen Neujahrstreffen ein. Das Interesse ist da. „Viele Schiffe sind in den vergangenen Jahren weggekommen“, sagt der ehemalige Schiffsingenieur Hans Beyer (83). Mit seinem Kollegen von der Deutschen Gesellschaft für Schifffahrt, Egon Wirth (84), verfolgt er das Geschehen. Die Rückkehr der „Undine“ – ein Lichtblick. „Sie sollte in ihrer Geburtsstätte wieder aufgebaut werden“, sagt Wirth.

Nächstes großes Interesse: die „Stubnitz“. „Die Chancen stehen gut, dass sie in diesem Jahr wieder Rostock besucht“, sagt Wiechmann. In einem Vorbereitungskreis sind der Freundeskreis Maritimes Erbe, Mitglieder der Kulturszene und des Vereins der „Stubnitz“. Der hat auch für 2015 Kulturfördermittel beantragt, will wieder hier ankern. „Die ,Stubnitz’ hat nur eine Zukunft, wenn sie ein fahrendes Denkmal bleibt“, sagt Wiechmann. Dem Maritimen Rat wie auch der ganzen maritimen Szene und Kultur stelle sich die Frage, wie das Wissen in die nächste Generation transferiert werden kann. Am Kult um maritime Zeichen wie Anker zeige sich die Identifizierung, das Interesse an einem maritimen Rostock – einer maritimen Meile.

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