Rostock : Wieder mehr als 2000 Transitflüchtlinge

Flüchtlinge kommen in Rostock an.
Flüchtlinge kommen in Rostock an.

Hunderte Flüchtlinge treffen täglich mit Zügen in der Hansestadt ein, weil sie nach Schweden wollen. Die Verantwortlichen hoffen auf eine Atempause.

svz.de von
04. November 2015, 21:00 Uhr

Die Zahl der Transitflüchtlinge, die über Rostock nach Schweden reisen wollen, bleibt unverändert hoch. „Bei uns haben diesmal etwa 2000 Menschen übernachtet und 87 Flüchtlinge wurden gleich nach Rügen gebracht, weil sie über Sassnitz nach Schweden weiterreisen wollen“, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze am Mittwoch.

Das seien etwas weniger Menschen als beim bisherigen Höchststand von 2135 Transitflüchtlingen am Dienstag. Diesmal seien weniger Flüchtlinge mit den Zügen angekommen, als mit Fähren ins schwedische Trelleborg weitergereist waren.

Derzeit seien immer noch elf Notunterkünfte in der Hansestadt in Betrieb. Die Stadt hofft weiter auf möglichst viele Fährtickets, damit die Flüchtlinge nicht mehrere Tage in den notdürftig hergerichteten Hallen und Gebäuden bleiben müssten. Für Mittwoch waren 426 Fährtickets geplant, davon rund 100 ab Sassnitz.

Rostock gilt als Nadelöhr auf dem Weg über die Ostsee. Seit dem 8. September haben mehr als 30 000 Geflüchtete den Weg über Rostock und Sassnitz nach Schweden genutzt und Dänemark umgangen. Um Staus in den Häfen zu vermeiden, werden immer nur so viele Flüchtlinge zu den Fährterminals gefahren, wie Tickets zur Verfügung stehen. In Notfällen hat der Hauptausschuss der Stadt Rostock genehmigt, dass die Stadt die etwa 20 Euro teuren Tickets bezahlt. Das kam bisher vereinzelt vor, erklärte Kunze.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte mehrfach gefordert, das man schnell wieder zu geordneten rechtlichen Verhältnissen zurückkehren müsse. „Das darf keine Frage von Wochen oder Monaten sein, sondern von wenigen Tagen“, unterstrich Methling.

Eine weitere Notunterkunft - ein Universitätsgebäude - hatte das Land der Stadt am Dienstag noch angeboten. Wenige Kilometer weiter - in Rövershagen - will der Landkreis Rostock Mitte November seine mit 300 Plätzen vorerst größte Asylbewerberunterkunft in Betrieb nehmen. Dort wohnten bisher im Sommer Saisonarbeiter eines Erdbeerhofs.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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