Stromgrabenbrücke : Wichtige Etappe steht bevor

Ist für die Qualitätssicherung und Terminsteuerung zuständig: Bauüberwacher Ralf Nadler von der DB Projektbau GmbH.
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Ist für die Qualitätssicherung und Terminsteuerung zuständig: Bauüberwacher Ralf Nadler von der DB Projektbau GmbH.

In Kürze werden Reste des alten Gewölbes abgebrochen / Höchstmaß an Koordination erforderlich

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15. Januar 2016, 16:00 Uhr

Der Warnemünder Freizeit-Chronist und Stellwerker Torsten Linke bewahrt derzeit mit seiner Kamera spannende Momente von der Erneuerung der Stromgrabenbrücke für die Nachwelt auf. Vielleicht wird das perspektivisch einmal zum Gegenstand eines Museumsabends zur Eisenbahn. Denn in einigen Punkten sprengt das Bauvorhaben nahe des Alten Stroms die Dimension des Gewohnten.

Das betrifft beispielsweise die Anzahl der Beteiligten. „Es erfordert ein Höchstmaß an Koordination zwischen den beteiligten Firmen, den zuständigen Behörden, Ämtern und Medienträgern“, sagt Bauüberwacher Ralf Nadler der DB Projektbau GmbH. Fast täglich ist er auf der Großbaustelle und in Kontakt mit Züblin-Bauleiter Matthias Precht. Er sagt: „Das Besondere an dieser Baustelle ist, dass sie in einem Nadelöhr des Verkehrs liegt.“

Über beide Adern muss der Straßen- und Fußgängerweg neben der Baustelle weiterlaufen. „Das sind räumlich, terminlich und logistisch große Zwänge, die in diesem Flaschenhalsbereich zu meistern sind“, ergänzt Nadler. Knapp 20 Leute der Unternehmen Züblin und Strabag arbeiten hier.

Momentan laufen die Vorbereitungen für ein wichtiges Etappenziel: Es kommt die Straßenbehelfsbrücke, die 15 Meter lang und 3,50 Meter breit ist. „Sie wird in zwei Teilen geliefert, entladen, vormontiert und dann voraussichtlich am 19. Januar eingehoben“, sagt Nadler. Ursprünglich sollte für diese Zeit die Zufahrt gesperrt werden. Um die Rettungswege und die Zufahrt für Wirtschaftsfahrzeuge zu gewährleisten, wird eine provisorische Umfahrung eingerichtet. Erst wenn die neue Hilfsbrücke fertig ist, können die Reste des alten Gewölbes im Straßenbereich demontiert werden. Das Bauwerk ist über 100 Jahre alt, das Mauerwerksgewölbe ruht auf Holzpfählen. „Diese sind nicht mehr ausreichend tragfähig, die Nutzungsfrequenz und Lasten von heute sind deutlich gestiegen und nicht mehr mit früher vergleichbar“, so Nadler. Der Instandhaltungsaufwand für eine stabile Gleislage ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der komplette Abbruch ist für die vierte, spätestens fünfte Kalenderwoche geplant. Auch der Hochwasserschutz wird hier berücksichtigt: Dafür erfolgen derzeit Schweißarbeiten an den Bohlen für die künftigen Spundwände.

Terminlich liegt das Großvorhaben im Rückstand: „Zum einen hat die Leitungsumverlegung mehr aufgehalten als erwartet, außerdem Rammhindernisse und die Witterung.“ Am geplanten Fertigstellungstermin Ende April halten alle Beteiligten fest.

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