Wettbewerb für Neuen Markt beginnt

<strong>Bebauung vor dem Krieg:</strong> Auf historischen Aufnahmen sind die Giebelhäuser an der Nordseite des Neuen Marktes zu sehen. <foto>archiv gerhard weber</foto>
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Bebauung vor dem Krieg: Auf historischen Aufnahmen sind die Giebelhäuser an der Nordseite des Neuen Marktes zu sehen. archiv gerhard weber

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29. März 2013, 04:29 Uhr

Stadtmitte | Am Neuen Markt geht es jetzt mit großen Schritten voran. Nur wenige Wochen nach dem Bürgerforum zur Bebauung der Nordseite hat die Stadtverwaltung jetzt eine Aufgabenstellung für den Städtebau-Wettbewerb vorgelegt. Über das Arbeitspapier soll der Hauptausschuss der Bürgerschaft im Mai entscheiden. Stimmt er zu, kann es endlich losgehen mit der Ideensuche für das Herzstück der Hansestadt. Daran beteiligen sollen sich Architekten und Stadtplaner aus ganz Europa.

Den Ideenwettbewerb richtet die Berliner Firma Phase Eins im Auftrag der Hansestadt und der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) aus. Ziel ist es, dem Neuen Markt wieder seine historische Funktion als Platz und mit der vierten Kante einen Abschluss zu geben. Denn die ursprüngliche Bebauung an der Nordseite war im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer gefallen. Anders als die Südseite ist sie nach dem Krieg aber nicht wieder aufgebaut worden.

Weiter freie Sicht auf die Kirchen

Konkret soll der gesamte Bereich zwischen Lange Straße, Vogelsang, Krämerstraße, Kleine Wasserstraße, Große Scharrenstraße und dem Markt selbst neu geplant werden. Das umfasst auch den Platz hinter dem Rathaus sowie die Grünfläche neben dem Rathaus-Anbau. Die Aufgabenstellung macht etliche Vorgaben zur Bebauung, Verkehr, Grün- und Freiflächen, Architektur sowie zu Nutzungen und zur Gestaltung. So soll sich die Höhe von neuen Häusern am Rathaus und den umliegenden Giebelhäusern orientieren. Sichtachsen zur Marienkirche und die Petrikirche bleiben frei. Auch die Schienen und die Straßenbahnhaltestelle behalten möglichst ihren Platz. Genutzt werden sollen die neuen Gebäude von Geschäften, Büros oder Wohnungen. Neben Tiefgaragen werden auch zusätzliche Räume für die Stadtverwaltung erwartet.

"Wir wünschen uns, dass die Vorgaben nicht zu eng gefasst werden, um den Architekten und Planern mit ihrem Sachverstand möglichst viel Raum für Vorschläge zu geben", sagt der Vorsitzende des Ortsbeirats Stadtmitte, Werner Simowitsch (Linke). Auch wenn das Gremium das Thema noch nicht abschließend behandelt habe, gebe es jetzt schon viele Stimmen für ein besonders sensibles Vorgehen gerade im Bereich der Marienkirche.

Im Auslobungstext finden sich schon etliche Details. So soll die Fläche für Geschäfte zwischen 6000 bis 10 000 Quadratmeter betragen, wovon ein Großteil ein so genannter Einzelhandelsanker, also zum Beispiel ein großes Kaufhaus, einnehmen soll. Für einen möglichen Rathausanbau sollen rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche freigehalten werden - für eine Versammlungsstätte, Büros für Rostock Business, weitere Verwaltungsräume und eine Lobby. Eine weitere Idee ist das Haus des Buches, in das die Stadtbibliothek, Verlage und Archive einziehen.

Schützenswerte Bäume bleiben erhalten

Einige Bäume in dem Wettbewerbsgebiet werden als schützenswert eingestuft und sollen erhalten bleiben: zehn Bäume rund um die Marienkirche, die Linden vor dem Rathaus-Anbau, sowie die Bäume in der Kleinen Wasserstraße und vor dem Hochhaus am Ende der Langen Straße. Bei ihren Vorschlägen sollen die Kreativen darauf achten, wie sich die Rostocker ihren zentralen Platz wünschen. Das Protokoll des Bürgerforums ist deshalb Teil der Aufgabenstellung. Viele Hansestädter hatten sich bei der Veranstaltung im Februar für einen belebten Platz mit Cafés und Raum für Kunst und Kultur gewünscht.

Bleibt alles im Zeitplan, sollen die Arbeiten für die erste Phase des Wettbewerbs bis 1. Juli abgegeben werden. Nach der Bewertung durch vier Sach- und fünf Fachpreisrichter sollen die besten Arbeiten in einer zweiten Phase weiterentwickelt werden. Ende des Jahres sollen die Wettbewerbsergebnisse bei einem weiteren Bürgerforum vorgestellt werden.

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