Werftdreieck: Zukunft bleibt ungewiss

<strong>Rundum abgesperrt:</strong> Sylvia Märtens ist für den Erhalt des Imbisses. Aus ihrer Sicht gehört das Gebäude zum historischen Gesicht des Werftdreiecks. <fotos>Dana Bethkenhagen</fotos>
1 von 2
Rundum abgesperrt: Sylvia Märtens ist für den Erhalt des Imbisses. Aus ihrer Sicht gehört das Gebäude zum historischen Gesicht des Werftdreiecks. Dana Bethkenhagen

svz.de von
31. Januar 2013, 10:01 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Verlassen liegt der Imbisskiosk Quang Minh am Werftdreieck da. Seit dem Abriss der beiden Pylone, also die Dachträger, und des Überdachs im vergangenen November ist das Gelände vollständig mit einem Bauzaun abgesperrt. Für viele Rostocker ist klar, dass dieser Schandfleck verschwinden muss. Doch ob, wann und vor allem in welcher Form sich auf dem Platz des 17. Juni etwas tut, ist derzeit völlig offen. Denn das Prüfverfahren des Bebauungsplans läuft aktuell noch. Das teilt Nico Seefeldt vom Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und Entwicklung (KOE) mit.

In den vergangenen zwei Wochen habe es zwar zwei Sitzungen des KOE gegeben, auf denen die Zukunft des Objektes besprochen werden sollte, doch bislang gibt es noch kein Ergebnis. Der Imbisskiosk steht derzeit zusammen mit 27 anderen Objekten der Hansestadt auf der Verkaufsliste der städtischen Immobilien. "Die Liste beinhaltet Immobilien, die aus heutiger Sicht zur Veräußerung vorgesehen sind. Eine nähere Prüfung kann dennoch noch ausstehen", so Seefeldt. So auch im Fall des Imbisskiosks.

Gleise könnten bald über das Grundstück verlaufen

Im Mai 2012 wurden die Ideen für die Umgestaltung des kompletten Werft dreiecks vorgestellt. Die Vorzugsvariante sah dabei unter anderem die Verlegung der Straßenbahn-Gleise vor. Sie soll den Planungen zufolge nicht mehr parallel zur Lübecker Straße fahren, sondern einen Bogen in Richtung Norden bis zum Neptun-Einkaufszentrum machen. Sollte dieser Planung zugestimmt werden, ergibt sich daraus auch eine neue Nutzung für den Imbisskiosk, der seit 1997 vom KOE verwaltet wird. Von 2005 bis Mitte vergangenen Jahres hatte dieser den Imbiss vermietet. Seither steht das Objekt leer. Während die Stadt noch rätselt, was sie mit dem Imbisskiosk und dem Platz anstellen kann, haben die Rostocker schon klarere Vorstellungen. Sylvia Märtens möchte, dass das Gebäude saniert wird und nicht der Abrissbirne zum Opfer fällt. "Es ist ja schon ein halbes Denkmal und gehört zum historischen Gesicht des Werft dreiecks", sagt die 51-Jährige. Sie könnte sich gut vorstellen, dass in das sanierte Objekt eine Bildergalerie einzieht. Auch die 21-jährige Madeleine Lossie wünscht sich eine neue Nutzung des alten Gebäudes. Ein moderner Coffeeshop an der Ecke wäre aus ihrer Sicht eine Bereicherung für den Stadtteil. Heinrich Schaaf würde es freuen, wenn der Imbiss zu einem richtigen Café ausgebaut würde. Für den 94-Jährigen aus dem Hansaviertel wäre das ein Gewinn, denn er kann nicht mehr so weit laufen. Andere Bürger wünschen sich eine Grünoase an der Stelle inklusive eines Unterstands für wartende Straßenbahnfahrer.

Platz des 17. Juni ist ein Schandfleck

Doch nicht alle Rostocker sind für einen Erhalt der alten Bausubstanz. Stefan Edelmann hat genug vom traurigen Anblick. Der Student aus dem Hansaviertel sagt: "Hauptsache der Imbiss verschwindet. Alles andere würde ich der Stadt überlassen." Und mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Auch Günther Söder fordert den Abriss. Der 84-Jährige ist der Meinung, dass der jetzige Anblick des Platzes des 17. Juni für Rostock eine Schande sei. Zum einen weil der Ort an den Arbeiteraufstand von 1953 in der DDR erinnern soll, zum anderem weil dort täglich Touristen auf dem Weg nach Warnemünde vorbeifahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen