Stadtentwicklung : Werftdreieck: Wohnen mit Mauer?

Noch ist das Schicksal der Heinkel-Mauer nicht abschließend geklärt.
Noch ist das Schicksal der Heinkel-Mauer nicht abschließend geklärt.

Der städtebauliche Wettbewerb startet im Oktober und soll eine Verkehrslösung für die Lübecker Straße bringen.

svz.de von
25. September 2015, 06:00 Uhr

Im Oktober beginnt der städtebauliche Wettbewerb zur Bebauung am Werftdreieck. 20 von 62 Architekten und Stadtplanern, die sich beworben haben, schickt die Wiro dann in die Spur, Entwürfe für das künftige Wohngebiet zu unterbreiten. Auch zwei junge und zwei kleine Büros werden unter den Bewerbern sein, die per Los bestimmt werden.

Die Heinkel-Mauer

Die Krux: Noch immer haben sich obere und untere Denkmalbehörde, also Stadt und Land, nicht geeinigt, ob die Heinkel-Mauer stehen bleibt oder nicht. Heißt: Die Planer müssen entweder für beides Entwürfe machen, oder sich einfach festlegen. „Wir glauben an die Fähigkeiten von Ingenieuren, mit dieser Mauer auf intelligente Art und Weise umzugehen“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Die Mauer ist ein Zeugnis der Heinkel-Flugzeugwerke. Der Voreigentümer des Geländes, die Krieger Grundstück GmbH, hatte einen Abrissantrag gestellt. Dem war die Stadt aufgrund eines Gutachtens gefolgt. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege lehnte den Abriss allerdings im April ab und empfahl, Lösungen für den Erhalt zu finden. Seitdem ist jedoch keine Einigkeit erzielt worden. Eine Frist, bis wann das passiert sein muss, scheint es nicht zu geben.

Verkehr

Ein Schwerpunkt ist weiterhin auch das Thema Verkehr. Eine häufige Frage der Rostocker: Warum soll die Verlängerung der Maßmannstraße zwischen Lübecker Straße und Werftstraße aufgegeben werden? Das Tief- und Hafenbauamt begründet dies mit den derzeitigen Defiziten in der Verkehrsführung. Die Knotengeometrie sei ungünstig, spitzer Ausfahrwinkel, schlechte Sichtbeziehungen und Fußgängerführung. Auch sei die Kreuzung zu den Stoßzeiten nicht leistungsfähig, verursache lange Wartezeiten und Stau. Es sei zudem notwendig, dass die Straßenbahntrasse überquerbar wird – für die Verkehrssicherheit. Ein notwendiger Rechtsabbiegestreifen zur neuen Trasse sei nicht machbar. Daher wird geplant, die Max-Eyth-Straße zu verlegen und die Verlängerung der Maßmannstraße aufzugeben. Dadurch soll der Knotenpunkt übersichtlicher und leistungsfähiger werden.

Weiterer Ablauf

Bis zum 30. September wählt eine Jury die 20 Planungsbüros aus. Ende Dezember müssen diese ihre Unterlagen einreichen. Ende Oktober wird es ein Rückfragenkolloquium geben. Das Wettbewerbsergebnis wird im März verkündet.

Bürgervertreter

In beratender Funktion hat die Wiro auch zwei Bürgervertreter bei einer öffentlichen Sitzung wählen lassen, „um das begonnene offene Bürgerbeteiligungsverfahren auch in diesem Abschnitt fortzusetzen“, sagt Klehn. Denn eigentlich sind städtebauliche Wettbewerbe nicht öffentlich. Geschäftsanliegerin Anja Goldbach und Frank Martens-Jung, Anwohner der Werftstraße, werden die Jury bei der Endentscheidung beraten. Aber über sämtliche Inhalte des Wettbewerbsverfahrens müssen sie stillschweigen.


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