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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 04:32 Uhr

Rostock : Werftdreieck wird ein Bürgerprojekt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Einwohnerversammlung der Stadt gibt erste Anregungen / Topthema: Verkehr / Eigentümer Wiro wird weitere Werkstätten anbieten

Ein ansprechendes Wohnviertel mit Spiel- und Bewegungsplätzen für Kinder und Ältere, Arzt, Friseur, Bio-Markt, viel Grün, Parkplätzen am besten unterirdisch und durchdachter Verkehrsführung. So könnten sich die Anwohner das neun Hektar große Weftdreieck gut vorstellen. Wie viel davon Realität wird, müssen die Wiro und in der Entscheidung letztlich die Bürgerschaft festlegen. Die Wiro hat im Oktober für 11,9 Millionen Euro sieben Hektar von der Krieger Grundstück GmbH gekauft. Weitere Fläche gehören Privaten und der Stadt. Stadt und Wiro hatten aber bewusst und auf Forderung des Ortsbeirates der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) die Anwohner beteiligt: Die Wiro stellte gestern Abend in der Borwinschule ihre Pläne vor. Ralph Müller, Leiter des Stadtplanungsamtes, ergänzte, die Leiterin des Ortsamtes Stadtmitte, Stephanie Bornstein, moderierte.

Sonderlich konkret konnten sie nicht werden. „Hier geht es erstmal grundlegend um die Methodik“, sagte Bornstein, darum einen Start der Bürgerbeteiligung zu finden. Denn die wird auch, wie in einem städtebaulichen Vertrag geregelt, die Wiro weiterführen. Manche Wünsche der Anwohner werden aber definitiv frühzeitig bedacht. Sie sind Bestandteil der Ziele, die das Stadtplanungsamt ohnehin schon in einem Aufstellungsbeschluss erfasst hat: Es soll ein hochwertiges Wohngebiet werden, mit Gebäuden, die sich ins Umfeld eingliedern. Grünflächen sollen geschaffen werden, Grün- und Wege-Verbindungen, die den Kaimühlengraben und Großbäume miteinbeziehen. Verkehrsflächen sollen erschlossen werden. Das Thema Verkehr war ein Dauerbrenner bei der gestrigen Runde. „So geht es nicht“ – Anwohner zeigten sich mehr als unzufrieden – von Ampelschaltzeiten bis Anbindung – und forderten Besserung. Der Aufstellungsbeschluss geht am 11. Februar in den Ortsbeirat KTV, im März in die Bürgerschaft. Der Beirat wird die weiteren Anwohner-Anregungen, wie den Wunsch nach Geschäften und Ärzten, per Änderungsantrag ergänzen, schlug Müller vor und Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09) ein.

Bis wirklich etwas zu sehen ist, wird es dauern. „Das nächste halbe Jahr werden wir für die Vorbereitung brauchen, dann einen Wettbewerb ausrufen“, sagt Christian Jentzsch, zuständiger Prokurist bei der Wiro. Anfang 2016 sollen Entwürfe gezeigt werden. „Ist bezahlbarer Wohnraum geplant?“, wollte eine Studentin aber direkt wissen. Sie befürchtet Gentrifizierung – eine Neuordnung, einen Strukturwandel des Viertels. Die Mieten, das konnte Jentzsch schon mal sagen, sollen eine große Bandbreite haben. „Wir wollen die Angebotsmenge erhöhen.“ Noch einem Aspekt versprach die Wiro sich zu stellen: dem historisch geprägten Standort. Michaela Selling, Leiterin des Amtes für Kultur- und Denkmalpflege, war im Publikum und wird dazu mit der Wiro beraten. Für ein diesbezügliches Kernstück, die Heinkelmauer, liegt vom Voreigentümer ein Abrissantrag vor. Einem Gutachten des Bauamtes zufolge kann sie nicht in der Form stehen bleiben. Endgültige Entscheidungen stehen aus. Insgesamt wird das Projekt Werftdreieck einen dreistelligen Millionenbetrag vertilgen. Die Anwohner hoffen, das es hält, was sie sich davon versprechen.

 

 

 

 

 

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