Vereinsserie : Werft-Zeit in Erinnerung halten

In der Vereinsgaststät-te Rote Erde im Rostocker Hansaviertel treffen sich die Mitglieder des Senio-renvereins Neptun regel-mäßig zu interessanten Veranstaltungen.
In der Vereinsgaststät-te Rote Erde im Rostocker Hansaviertel treffen sich die Mitglieder des Senio-renvereins Neptun regel-mäßig zu interessanten Veranstaltungen.

350 Mitglieder im Verein tauschen sich über Alltagsthemen aus, verreisen und feiern zusammen.

svz.de von
12. Juni 2016, 16:00 Uhr

Dieses Gemeinschaftsgefühl, das es auf der Neptun–Werft gegeben hat, das wollen wir bewahren, sagt Hartwig Jäger. Der 81-Jährige, der in Rostock studiert, unter anderem im ehemaligen Kombinat Schiffbau gearbeitet und ab 1988 nicht ganz freiwillig den Stressposten des Direktors für Materialwirtschaft auf der Neptun–Werft übernommen hat, erinnert sich gern an das Miteinander. „Da haben Großvater, Vater, Sohn und Enkel auf der Werft gelernt und gearbeitet. Man wusste um die erste Liebe, gratulierte zur Hochzeit, zu Geburten, feierte manches Fest gemeinsam“, sagt Jäger. Ging ein Mann oder eine Frau in Rente, dann wurden sie von der zur Gewerkschaft gehörenden Veteranenbetreuung, wie es zu DDR-Zeiten hieß, nicht allein gelassen.

Mit der Wende bahnten sich neue ökonomische und gesellschaftliche Verhältnisse an, der Kultur- und Sozialfonds fiel weg. „Als 1995 gänzlich Schluss war mit der Betreuung, haben wir uns Gedanken über ein Wieweiter gemacht. Die Idee, einen Verein ins Leben zu rufen, wurde geboren. Die Gründungsversammlung fand im Januar 1996 statt, der Eintrag ins Amtsregister erfolgte im April“, erinnert sich Jäger an diese spannende Zeit. Rund 800 ehemalige Werftler wurden damals vom Verein betreut. „Heute sind wir noch 350 Mitglieder, die zum Teil schon hochbetagt, teils aber noch sehr aktiv sind“, berichtet der Vereinschef. Zu den besonders rührigen Mitgliedern gehören zweifellos der elfköpfige Vorstand sowie die 50 Betreuer, die in den Rostocker Stadtteilen sowie in Schwan und Bad Doberan Kontakt zu ehemaligen Mitarbeitern der Werft halten. Im Vereinsheim Rote Erde in der Rostocker Hans-Sachs-Allee geben sich die Vereinsmitglieder jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat um 15 Uhr ein Stelldichein. „Da geht es um Autofahren im Alter aus ärztlicher Sicht, um Schutz vor Betrügern, um das Erben und Vererben, um Dinge, die unsere Mitglieder interessieren. Wir planen auch gemeinsame Reisen. In den 20 Jahren unseres Bestehens können wir auf rund 70 Ausflüge, die vielfach auch in die nähere Umgebung führten, zurückblicken“, resümiert Jäger. Ein Höhepunkt des Jahres ist stets die Weihnachtsfeier im Dezember, wo jeder gern dabei sein möchte. Wer dies aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, wird mit einem kleinen Präsent überrascht.

An den 20. Geburtstag seiner Vereinsgründung möchte der Vorstand mit einer kleinen Feier im September erinnern. Die Planungen dafür sind noch nicht abgeschlossen, aber eine Bootsfahrt wäre denkbar.

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