Kriminalität : Wer zündelt im Rostocker Umland?

Einer der mysteriösen Brände:  In Huckstorf steht am Montagabend ein unbewohntes Haus in Flammen.
Einer der mysteriösen Brände: In Huckstorf steht am Montagabend ein unbewohntes Haus in Flammen.

Vier Fälle in wenigen Tagen: Kameraden der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis können Brandstiftung nicht ausschließen

svz.de von
03. Juli 2014, 06:00 Uhr

Brandfälle der zurückliegenden Tage halten die freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden rund um Rostock in Atem. Vor allem deshalb, weil sich keineswegs ausschließen lässt, dass die Feuer zumindest in einigen Fällen absichtlich gelegt worden sein könnten. Bereits in der Nacht zu Montag brannte gegen 1 Uhr ein Strohlager in Pölchow. Bei diesem Einsatz gab es zunächst keine Auffälligkeiten, die auf eine Brandstiftung hindeuten. Aber am Abend des selben Tages gegen 19.30 Uhr rückten die zuständigen Wehren zum zweiten Mal aus. In Hucksdorf brannte ein leer stehendes Haus. Bemerkenswert aus Sicht der Kameraden der Feuerwehr, dass in diesem Gebäude die Versorgungsleitungen bereits außer Betrieb waren.

Am Dienstagmorgen um 6 Uhr stand die alte Ziegelei in Papendorf in Flammen. Als dasselbe Gebäude spätabends um 22.30 Uhr ein zweites Mal brannte, kamen bei den Feuerwehrleuten erste Bedenken zu den Brandursachen. ,,Da in Papendorf und Hucksdorf die Strom- und Gasanschlüsse abgestellt waren, ist davon auszugehen, dass es sich hier um Brandstiftung handeln könnte“, vermutet Alexander Stuth von der Freiwilligen Feuerwehr Kritzmow. Insbesondere hätten die Brandherde in Papendorf nur wenige Meter auseinander gelegen, sagt er. „Bei diesem Einsatz war die Wasserversorgung über einen Teich, der mehrere hundert Meter entfernt war, problematisch“, so Stuth, der als Pressesprecher der freiwilligen Feuerwehren fungiert. Nach seinen Angaben sind die Ursachen für die Brände ungeklärt. Noch gebe es von der Polizei keinen abgeschlossenen Ermittlungsstand.

Deshalb werden dringend Zeugen gesucht, die in den einzelnen Fällen etwas beobachtet haben könnten. Die Kameraden hielten auch in diese Richtung Augen und Ohren offen, so Stuth. Denn sie wollen Gewissheit und für echte Notfälle einsatzbereit sein.

Von Montag bis Dienstagnacht waren die Freiwilligen Feuerwehren von Pölchow, Papendorf, Ziesendorf, Kritzmow, Schwaß, Schwaan und Pröbberow mit 40 Kräften im Einsatz. Teilweise mussten diese unter lebensgefährlichen Bedingungen mit Atemschutzgeräten in die alten und einsturzgefährdeten Häuser eindringen, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

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