Gnoien : Wer sind die Toten im Teich?

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Foto: Stefan Tretropp

Polizei prüft Zusammenhang mit dem Vermisstenfall Anja S. aus dem Jahr 1992. Suche nach Knochen fortgesetzt

svz.de von
31. August 2016, 13:02 Uhr

Der Fund von zwei Schädeln und mehreren menschlichen Knochen in einem fast ausgetrockneten Teich in einem Wald nahe Wasdow bei Gnoien (Landkreis Rostock) geben der Polizei weiter Rätsel auf. Am Mittwoch wurden der Weiher und das Gebiet um das Gewässer von der Polizei noch einmal  abgesucht. Polizisten durchkämmten mit Suchstangen den Uferbereich des Tümpels. Dabei seien weitere Knochenreste gefunden worden, hieß es. Ob sie ebenfalls von Menschen stammen, war heute noch  nicht klar.

„Wir stehen mit den Ermittlungen noch ganz am Anfang“, sagte ein Polizeisprecher der zuständigen Güstrower Polizeiinspektion. Erst Mitte kommender Woche sollen die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung vorliegen. Von den Rechtsmedizinern der Universität Rostock erhoffen sich die Kriminalisten Hinweise auf die Identität der Personen  und die mögliche Todesursache.

Nach ersten Schätzungen lagen die menschlichen Überreste, die in der vergangenen Woche durch Zufall von einem Jäger entdeckt worden waren, seit etwa 20 Jahren in dem Teich. Die Polizei will nicht ausschließen, dass die Toten  Opfer von Gewaltverbrechen wurden. Auch ist die Frage noch nicht restlos geklärt, ob die Knochen von zwei oder möglicherweise sogar von mehr als zwei Menschen stammen. Spekulationen, an denen sich der Polizeisprecher in Güstrow nicht beteiligen will.

Derzeit werden von den Kriminalbeamten Vermisstenfälle aus der Umgebung des Fundortes untersucht. Der Fall Anja S. spielt dabei eine besondere Rolle, hieß es dazu in Ermittlerkreisen.

 

Anja S. wohnte in Viecheln. Der Ort liegt weniger als zehn Kilometer nordwestlich von Wasdow entfernt. Beide Orte gehören zur Gemeinde  Behren-Lübchin. Seit dem  9. Oktober 1992 gilt die Frau als vermisst.  An jenem Tag wollte die damals 19-Jährige von Viecheln nach Teterow, um von dort aus mit dem Zug nach Güstrow zur Ausbildung zu fahren. Doch dort kam sie nie an. In der Vermisstenakte wird sie als „sehr schlank“ und 175-180 Zentimeter groß beschrieben. Sie hatte schulterlanges kastanienbraunes Haar. Anja S. wird bis heute vermisst. „Der Fall ist aktuell“, sagte ein Beamter. Ob es aber einen Zusammenhang zwischen den Funden im Teich und Anja S. gibt, werden erst Rechtsmediziner über eine DNA-Analyse klären können.

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