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Ferienlager für Erwachsene in Rostock : Wer kommt raus zum Spielen?

vom
Aus der Onlineredaktion

Rostocker Studenten veranstalten Ferienlager für Erwachsene und reisen für ein Wochenende in die Kindheit zurück – ohne Handys

Die Luft ist lau, die Sonnenstrahlen kitzeln auf der Haut und der Duft nach wilden Sommerblumen steigt in die Nase. Die Zeit steht still. Tabata Lauterbach und Jakob Draeger haben sie angehalten und zurückgedreht. Das Paar tritt die Flucht an: raus aus dem digitalisierten Alltag, hinein in die unbeschwerte Kindheit – ohne Smartphones und fernab von Stress. Sie wollen die Nächte durchtanzen. Barfuß. Und sich unter dem Sternenhimmel Geschichten erzählen. Sie wollen Gleichgesinnte treffen, auf Schatzsuche gehen und in der Abendsonne Yogaübungen machen. Sie wollen sich „sommerjung“ fühlen – in ihrem eigenen Ferienlager für Erwachsene.

Raus aus dem Alltag: Tabata Lauterbach und Jakob Draeger hatten die Idee für das Ferienlager nur für Erwachsene.
Raus aus dem Alltag: Tabata Lauterbach und Jakob Draeger hatten die Idee für das Ferienlager nur für Erwachsene.
 

Die Idee, ein Camp für alle ab 18 Jahren zu organisieren, kam den Studenten während eines Restaurantbesuchs. „Alle haben mit ihren Handys gespielt und sich gar nicht mehr unterhalten“, erinnert sich Tabata. „Hinzu kommt, dass uns im Freundeskreis auffiel, dass viele keine richtigen Hobbys mehr haben“, ergänzt sie. „Wo kann man sich also auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren, abschalten, neue Leute treffen und gleichzeitig seine Kreativität ausleben oder Sportkurse ausprobieren? In einem Ferienlager.“

Im September 2016 hatte das Paar zum ersten Mal zum Camp-Ausflug geladen. Am letzten Mai-Wochenende gehen sie in die zweite Runde. „Nächstes Jahr wird es mindestens vier Termine geben“, sagt Jakob. Rund 200 Leute können in dem Camp in Walsrode in der Lüneburger Heide übernachten. Auf sie warten an drei Tagen mehr als 30 Kurse – vom Volleyball bis zum Meerjungfrauen-schwimmen oder dem Herstellen zuckerfreier Süßigkeiten. „Jeder, der ins Camp kommt, darf auch einen Kurs anbieten. Dafür gibt es dann einen Rabatt auf den Eintrittspreis“, erklärt Tabata. Elektronische Geräte werden beim Check-in abgegeben. Für Notfälle gäbe es ein Camp-Telefon. Schon vor dem Ferienlager-Aufenthalt wird jeder Teilnehmer einem Team zugeordnet. „Insgesamt gibt es vier Teams, erkennbar an ihren Farben“, erläutert Jakob. „Zum einen soll die Teambildung dazu beitragen, dass sich alle schneller kennenlernen, zum anderen veranstalten wir die Color-Games, inklusive Quiz und Brennball auf einer Wasserplane“, ergänzt seine Freundin. Das Team, das die meisten Punkte erzielt, bekommt am Ende einen Preis. Untergebracht werden die Camper in Zelt-Lodges. „Man kann aber auch sein eigenes Zelt mitbringen.“

Während des Aufenthaltes gibt es für alle Vollverpflegung, die vor Ort frisch zubereitet wird. Der Teamkoch greife auf saisonale und regionale Zutaten zurück und berücksichtige auch besondere Wünsche, beispielsweise nach veganer Kost. „Was uns von Ferienlagern aus unserer Kindheit in Erinnerung geblieben ist, dass das Essen nie geschmeckt hat. Das wollten wir besser machen“, sagt Tabata, die den Camp-Tage gut durchgeplant hat. „Alles kann, nichts muss.“ Freitagabend spielen Newcomer-Bands. Im Hintergrund knistert ein Lagerfeuer. Anschließend geht’s los zur Nachtwanderung. „Einige sind da ein bisschen ängstlich, auch die Männer haben Schiss.“ Am Sonnabend wird gegrillt, bevor die große Talentshow ansteht und der DJ die Diskomusik auflegt. „Das Wochenende soll für Jeden etwas ganz Besonderes werden, voller Genussmomente.“ Beim letzten Mal hätte sich sogar ein Pärchen gefunden. Schließlich käme mehr als die Hälfte der Besucher alleine. „Wir werden Ende Mai viele bekannte Gesichter wiedersehen, freuen uns aber auch auf die neuen. Anmeldungen haben wir vor allem aus Rostock, Berlin und Hamburg entgegengenommen “, so Jakob.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.sommerjung.de

Besondere Projekte

Wangeliner Workcamps

Junge Menschen für grüne Berufs- und Lebenswege begeistern – das ist die Vision der Wangeliner Workcamps.Teilnehmen können alle zwischen 16 und 24 Jahren mit Wohnsitz in den neuen Bundesländern.  Die Gebühr, Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung werden  übernommen.  Im Mittelpunkt  steht das Ausprobieren verschiedener Berufe und das Erfahren durch praktisches Mitanpacken. 2016 wurden die Wangeliner Workcamps von dem Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet. Die Camps werden  durch das Umweltministerium und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Das erste Camp startet am 4. Juni.

Traum-Camp

4 Kids Kindern und Jugendlichen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, beispielsweise einen Unfall, eine schwere Krankheit oder Missbrauch,wird  dank des Traum-Camps eine unbeschwerte Ferienzeit ermöglicht. In den Camps in  Zarfzow oder Sassen  werden zwölf bis  20 Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahren eine Woche bis zehn Tage lang betreut. Geplant sind  altersgerechte Sport- und Spielangebote für die Freizeitgestaltung –  für ein Stück Normalität und Freude. 

 

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erstellt am 25.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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