Tierquälerei in Rostock : Wer hat Paulchen das angetan?

Der wilde Streuner Paulchen kommt regelmäßig zur Futterstelle. Dort wurde er auch mit seinen Verletzungen entdeckt.
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Der wilde Streuner Paulchen kommt regelmäßig zur Futterstelle. Dort wurde er auch mit seinen Verletzungen entdeckt.

Angeschossen und mit Draht umwickelt: Kater überlebt , Tierschützer sind ratlos.

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27. November 2014, 06:00 Uhr

Die Mitglieder des Rostocker Katzenschutzbundes sind entsetzt: „So eine Brutalität haben wir noch nicht erlebt. Das ist Tierquälerei“, sagt Helga Pipirs. Seit 20 Jahren engagiert sie sich für freilaufende Vierbeiner – so wie Paulchen einer ist.

„Der Kater wurde mit Draht umwickelt und am Ende – so vermuten wir – an einem Haken aufgehängt. Das ist einfach grausam. Der arme Kerl muss richtig gelitten haben“, so Pipirs. Entdeckt wurde Paulchen im Warnemünder Weidenweg. Dort gibt es eine Futterstelle, die der Kater regelmäßig aufsucht. „Das Tier wurde in die Klinik gebracht und als Notfall umgehend behandelt“, weiß Pipirs.

„Das ist ein schrecklicher, ungewöhnlicher Fall, den wir so noch nicht erlebt haben“, erinnert sich Dr. Jens-Christian Rudnick, Leiter der Tierklinik. „Es gibt immer wieder Fälle, in denen sich Tiere selber Verletzungen zuziehen. Der Draht wurde aber höchstwahrscheinlich mit Absicht um den Kater gewickelt“, ergänzt er. Die Veterinäre haben den Fremdkörper entfernt und dabei festgestellt, dass unter der Haut von Paulchen eine Luftgewehrkugel steckte. „Dass Menschen auf Tiere schießen, gibt es leider öfter. Dahinter steckt ein böser Wille. Das sind Leute, die Tiere hassen“, so Rudnick.

Wer Paulchen diese Verletzungen zugefügt hat, ist unklar. Schon im vergangenen Jahr musste Helga Pipirs eine besonders drastische Form des Katzenhasses erleben. „Ich betreue in Rostock fünf Futterstellen, eine davon ist direkt beim Gästehaus in Evershagen. Eines Morgens musste ich feststellen, dass acht Katzen vergiftet worden waren“, erzählt die Rentnerin. „Daneben stand ein Schild mit den Worten ,Jetzt sind die Katzen endlich weg’. Das war irre“, ergänzt sie.

Dass Katzen mit Steinen beworfen werden, damit sie verschwinden, hat Pipirs schon häufig gesehen. Aber ein Fall wie der von Paulchen geht ihr an Herz und Nieren. „Wir als Katzenschutzbund verstehen nicht, dass solche Fälle nicht verhindert werden können und dass viele Menschen einfach wegsehen, wenn sie verletzte Tiere sehen und nicht helfen“, sagt sie. Paulchen hat den Vorfall überlebt. „Nachdem wir ihn stationär behandelt haben, wurde er auch gleich noch kastriert“, sagt Rudnick. Menschen gegenüber reagiere der Kater nun aber misstrauischer.

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