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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 01:39 Uhr

Uni Rostock : Wenn Teddy zum Arzt muss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Medizinstudenten versorgen noch bis zum 9. Mai erkrankte Plüschtiere in der Uniklinik Rostock.

von
erstellt am 05.Mai.2015 | 11:30 Uhr

Wenn der Teddybär Schmerzen hat, gibt es nur eine Lösung: Er muss zum Arzt und auf Herz und Nieren untersucht werden. Die beste Versorgung bekommen die Plüschgefährten einmal im Jahr – im Teddybärenkrankenhaus der Universitätsmedizin Rostock. Gestern wurde die Notaufnahme zum zehnten Mal geöffnet. In den kommenden Tagen werden mehr als 1500 Besucher erwartet – immerhin verarzten angehende Mediziner bis Sonnabend die kranken flauschigen Kameraden. Und sie kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Besitzer. „Adipositas und ihre Folgen, orthopädische Schäden und motorische Einbußen sind auf dem Vormarsch“, erklärt Student Christoph Meyfarth vom Organisationsteam. „Immer mehr Kinder sitzen stundenlang vor Bildschirmen, statt im Freien zu toben und auf Bäume zu klettern. Da wollen wir ansetzen und auch die Eltern anregen.“

Die Angst vorm Krankenhaus nehmen
Unter der Woche werden Knirpse aus den Kindergärten der Region durch die Untersuchungsbereiche der Klinik geführt. Die leidenden Schmusegefährten werden mit Stethoskop und Reflexhämmerchen untersucht, geröntgt, im OP wiederhergestellt, gewissenhaft verbunden und bekommen in der Apotheke süße Medizin. Während die Kinder im Wartezimmer Platz nehmen, verkürzen angehende Zahnmediziner ihnen die Zeit mit Übungen im Zähneputzen.

„Mit der Aktion möchten wir unseren Gästen zwischen drei und sechs Jahren die Angst vor Arzt und Krankenhaus nehmen“, sagt Medizinstudentin Juliane Müller-Godeffroy. „Ein Plus für uns: Indem wir die Kinder behutsam an Untersuchungsmethoden heranführen, üben wir selbst den Umgang mit kleinen Patienten.“

Zum Thema Bewegung hat das Team Tanzeinlagen und ein Theaterstück einstudiert. Zum großen Abschluss am Sonnabend gibt es Kinder-Zumba. Dann können auch alle Kinder mit ihren Eltern vorbeikommen, die keine Anmeldung, aber dafür einen kranken Teddy haben. Die Unimedizin hat zu dem Tag lokale Sportvereine geladen, die sich vorstellen und für mehr körperliche Aktivität werben. Mit dabei sind immer auch der größte Organteddy der Welt sowie ein echter Rettungswagen zum Bestaunen.

Gestern wurde bereits eine Menge leidgeprüfter Tiere in den MRT geschoben, von der OP-Ärztin zusammengenäht und mit Streicheleinheiten getröstet. Passend zum Thema hat der vierjährige Ollin seinen Bären „Mister Narkose“ genannt. Mitunter verlangen die Diagnosen dem OP-Team viel Fingerfertigkeit ab: „Im vergangenen Jahr hatte eine Mama dem Teddy ihres Kindes ein Spielzeug in den Bauch genäht, wir haben es professionell rausoperiert“, sagt Juliane Müller-Godeffroy.
 

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