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Spitzenmedizin im Nordosten : Wenn Roboter operieren - Cyberknife

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Submillimeter Präzision durch sichere Robotersteuerung, hochentwickelte Bildführung und innovative Computeralgorithmen - im Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow bekämpft ein Roboter Tumore.

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erstellt am 15.Dez.2011 | 09:32 Uhr

Güstrow | Submillimeter Präzision durch sichere Robotersteuerung, hochentwickelte Bildführung und innovative Computeralgorithmen - im Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow bekämpft ein Roboter die unterschiedlichsten Arten von Tumoren. Das ist einmalig im Nordosten und auch im Rest der Republik existieren erst sechs dieser Cyberknife-Roboter. "Das ist Technologie der Spitzenklasse. Genauer kann man aktuell eine Behandlung nicht durchführen", schwärmt Oliver Blanck. Der Informatiker, der im Cyberknife-Zentrum Forschung und Wissenschaft koordiniert und die Robotertechnik weiterentwickelt, ist überzeugt, dass in Zukunft gerade die Radiochirurgie immer wichtiger wird.

"Nicht-invasiv" ist dabei das Schlagwort der Hightech-Medizin in Güstrow. Bei den Krebspatienten erfolgt kein chirurgischer Eingriff, sondern die Behandlung erfolgt von außen und ambulant. Bei diesem Verfahren wird dem Tumor mit Hilfe von Robotersteuerung in ein bis drei Sitzungen eine hohe Strahlendosis millimetergenau aus allen Richtungen verabreicht. Dabei hat der Roboter den Tumor zu jeder Zeit fest im Blick. "Die Strahlendosis ist so hoch, dass der Tumor zerstört wird", erklärt Blanck. Behandelt werden können allerdings nur Tumore, die eine scharfe Abgrenzung zum gesunden Gewebe haben. "Behandelt wird nur eine lokale Stelle, die klar abgrenzbar ist. Zudem darf der Tumor nicht zu groß sein: fünf bis sechs Zentimeter", so der Experte. Cyberknife könne sowohl als Primärtherapie als auch als Ergänzung zu anderen Therapien der Krebsbekämpfung, wie Chemotherapie, herkömmliche Strahlentherapie oder Operation, eingesetzt werden.

Cyberknife-Geschäftsführerin Viola Völzer setzt darauf, das diese Technologie immer bekannter wird. Bisher hat das Güstrower Zentrum knapp 200 Patienten behandelt, obwohl es erst im April offiziell eröffnet wurde. "Mittlerweile haben wir bereits Patienten aus der arabischen Welt, aus Russland und aus ganz Europa", sagt sie. Intensive Kontakte zu den Botschaften der arabischen Welt in Deutschland würden gepflegt. "Ziel von Cyberknife Norddeutschland in Güstrow ist es, ein internationales Zentrum zu werden", sagt die Geschäftsführerin.

Großen Wert legt das Cyberknife-Zentrum auf intensive Behandlungs- und Forschungskooperationen mit Universitäten, Universitätskliniken und Krankenhäusern. "Als einzige Einrichtung haben wir bereits eine Kooperation mit den vier Nord-Universitäten in Rostock, Greifswald, Kiel und Lübeck", sagt Viola Völzer. Die Zusammenarbeit mit Kliniken und Praxen in MV sowie in anderen Bundesländern soll zukünftig noch verstärkt werden, kündigt sie an. Auch den Export von Gesundheitsdienstleistungen ins Ausland zusammen mit den großen Krankenhäusern in MV strebt die Geschäftsführerin an. Dabei setzt sie auf die langjährige Erfahrungen mit der Cyberknife-Technik und -Therapie durch mehr als 220 Cyberknife-Installationen weltweit und mehr als 100 000 weltweit behandelte Patienten - 25 000 davon alleine im Jahr 2010.

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