Erfrischung : Wenn die Affen Eis essen

Mit gefrorenem Saft kann Tierpflegerin Anna Behrens den Orang-Utans eine Freude machen. Genau wie viele Menschen empfinden sie ein leckeres Eis als Erfrischung.
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Mit gefrorenem Saft kann Tierpflegerin Anna Behrens den Orang-Utans eine Freude machen. Genau wie viele Menschen empfinden sie ein leckeres Eis als Erfrischung.

Die Pfleger im Rostocker Zoo lassen sich einiges einfallen, um ihren Schützlingen im Hochsommer eine Abkühlung zu verschaffen.

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29. Juli 2014, 06:00 Uhr

Bei diesen Temperaturen ist ein Eis genau das Richtige, um sich abzukühlen. Das finden auch Vienna, Vilma und Lars. Die drei Eisbären des Rostocker Zoos bekommen jeden Tag nach der Fütterung eine Eisbombe zum Nachtisch. Die Lieblingssorten der Bären würde uns Menschen wohl kaum schmecken. So gab es in dieser Woche beispielsweise schon Apfel-Melone-Hering als Nachmittagserfrischung. „Damit können sie sich kurz abkühlen“, sagt Matthias Petzoldt.

Der Tierpfleger kümmert sich schon seit Jahren um die Eisbären und weiß genau, wann es ihnen einmal nicht so gut geht. Dass die Eisbären bei Hitze besonders stark leiden, kann er nicht bestätigen. „In den Lehrbüchern steht zwar, dass es ihnen ab 15 Grad Celsius schlecht geht, aber das habe ich so nicht erlebt“, berichtet er. Ungemütlich werde es den Tieren erst ab etwa 25 Grad im Schatten. „Bis dahin liegen sie knallhart in der Sonne“, so Matthias Petzoldt. Die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage sind – genau wie für Menschen – dennoch eine Herausforderung gewesen. Damit es den Bären nicht allzu heiß wird, hat Matthias Petzoldt immer ein paar Tricks parat.

„Ich mache die ganze Anlage mit einem Feuerwehrschlauch nass – und manchmal auch die Bären“, erzählt der Tierpfleger. Dabei sei er allerdings sehr vorsichtig. „Ich bewege den Schlauch ganz langsam auf die Tiere zu. Wer keine Lust auf das kalte Wasser von oben hat, kann also noch entkommen.“ Bei dieser Hitze komme es aber schon vor, dass die Bären einfach sitzen blieben, um sich die ersehnte Abkühlung zu holen.

Auch die Pfleger im Darwineum achten darauf, dass es ihren Schützlingen bei der Affenhitze gut geht. Denn in der Tropenhalle können die Temperaturen jetzt auf bis zu 35 Grad ansteigen. Bei diesen Temperaturen stehen den Affen schon die Schweißperlen auf der Nase, erzählt Tierpflegerin Anna Behrens. Für Erleichterung sorgen dann unter anderem Wasserspiele. „Die Tiere werden zum Beispiel nassgespritzt. Oder wir machen die Sprenkleranlage an und lassen es von oben regnen“, so Anna Behrens. Gerade die Orang-Utans würden die Wasserspiele bei diesen Temperaturen täglich genießen. Die Gorillas seien dagegen eher wasserscheu. „Sie plätschern höchstens ein bisschen mit den Füßen.“

Genau wie die Eisbären bekommen auch die Bewohner des Darwineums eine kulinarische Abkühlung. So können sich die Silberrücken an einer großen Eisbombe aus Früchten erfreuen. Für die Orang-Utans gibt es dagegen gefrorenen Saft in Joghurtbechern. Generell seien gefrorene Früchte, vor allem Bananen, ein absoluter Renner für die Affen, so Anna Behrens. Darüber hinaus bekommen die Orangs von ihren Pflegern auch Tücher, mit denen sie sich selbst Schatten spenden können. Für die kleinsten Bewohner des Darwineums, die Zwergseidenäffchen, sind die Sommertemperaturen genau richtig. „Sie kommen aus sehr warmen Regionen und fühlen sich jetzt richtig wohl“, berichtet Anna Behrens. Sie müssten im Winter sogar mit einer Rotlichtlampe gewärmt werden. „Es ist gut für sie, dass sie jetzt die natürliche Wärme bekommen“, so die Tierpflegerin. Wer sich vom Darwineum aus in Richtung Ausgang aufmacht, kann noch einen Abstecher zu den Seebären und Seehunden machen. Sie lassen sich selbst bei brütender Hitze nicht von lustigen Wasserspielen abhalten. „Ihnen macht auch der Hochsommer nichts aus“, sagt Pflegerin Tina Kwapil. Es könne aber vorkommen, dass die Tiere weniger Hunger haben. „Das zeigen sie uns dann, sie machen dann zum Beispiel nicht bei den Spielen zur Fütterungszeit mit.“

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