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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 15:18 Uhr

gesellschaft : Wem gehört die Stadt?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die landesweiten Entwicklungspolitischen Tage behandeln in zahlreichen Veranstaltungen das Thema Besitz – lokal und global

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

„Privat – dieses Stück Kröpi gehört jetzt mir.“ Am Sonnabend zwischen 15 und 16 Uhr sind Teile der Stadt symbolisch verkauft worden. Die neuen Eigentümer haben ihre Grundstücke auf der Kröpeliner Straße eingezäunt und Privat-Schilder aufgehängt. Katharina von Reich (Marlen Furhmann, Gesellschaft der Liebhaber des Theaters) thront in ihrem neuen Domizil und gewährt nur auf Anfrage Einlass.

Die Aktion war ein Vorgeschmack auf die Entwicklungspolitischen Tage, die seit heute bis zum 22. November in ganz MV stattfinden. Organisiert vom Eine-Welt-Landesnetzwerk MV werden in mehr als 100 Vorträgen, Workshops und Filmen, davon 25 in Rostock, Themen wie Recycling, Fair-Trade und „Tauschen statt kaufen“ behandelt. Bereits zum vierzehnten Mal finden die Entwicklungspolitischen Tage landesweit statt. „Mit solchen Aktionen wie dem symbolischen Ausverkauf der Stadt wollen wir zunächst Verwirrung stiften“, sagt Patrice Jaeger vom Eine-Welt-Landesnetztwerk MV. „Wir wollen die Menschen auf uns aufmerksam machen und dazu anregen, unsere Veranstaltungen zu besuchen“, so Jaeger weiter. Auf der Kröpeliner Straße erklären Kim Lukács vom Ökohaus und Fuhrmann den verwirrten Passanten das Ziel der Aktion. „Es geht darum, zu begreifen, woher unsere Konsumgüter kommen und unter welchen Umständen sie hergestellt werden“, erklärt Fuhrmann. „Die Frage ist doch, ob Besitz zwangsläufig die Ausbeutung anderer bedeuten muss“, meint Lukács. Er beschreibt den Unterschied zwischen den Herstellungsbedingungen einer Fünf-Euro-Computermaus und einer fair gehandelten für 30 Euro. „Es geht um Gerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und -löhne.“

Entwicklungspolitische Tage in Rostock: Die Termine

• 28. Oktober: Vortrag „China Blue – Wer arbeitet für unsere Kleidung?“, 19 Uhr, Volkshochschule, Am Kabutzenhof 20a

• 31. Oktober: Radtour Critical Mass, 18 Uhr, Kröpeliner Tor

• 1. November: Konsum- und globalisierungkritischer Stadtrundgang, 13 Uhr, Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21

• 3. November: Vortrag „Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam“, 19.30 Uhr, Frieda 23, Friedrichstraße 23

• 4. November: Workshop „Tauschrausch“, 16 Uhr, Upcycling Atelier, Platz der Freundschaft 1

• 5. November: Vortrag „Sozialisierung von Risiko und Folgekosten sichert das Besitztum der Atomindustrie“, 20 Uhr, Ökohaus, Hermannstraße 36

• 6. November: Film „The Human Scale“, 19 Uhr, Ökohaus

• 7. November: Workshop „T-Shirt-Upcycling“, 16 Uhr, Kirchenzentrum, Alter Markt 19; Vortrag „Sind faire Computer möglich?“, 18 Uhr, Ökohaus

• 13. November: Workshop „Bücher Upcycling“, 14 Uhr, Upcycling Atelier; Vortrag „Fair Tragen“, 19.30 Uhr, Peter-Weiss-Haus

• 16. bis 18. November: Tage des indigenen Films, 10 bis 22 Uhr, Peter-Weiss-Haus

•18. November: Workshop „Upcycling“, 17 Uhr, Upcycling Atelier

• 19. November: Workshop „Vielfalt in Europas Medien - Fehlanzeige?“ 13 Uhr, Radio Lohro, Friedrichstraße 23; Konzert „Mundwerk-Crew“, 20 Uhr, Peter-Weiss-Haus

• 22. November: Abschlussveranstaltung „Let’s share: Nutzen statt besitzen“, ab 11 Uhr, Frieda 23

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