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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. September 2017 | 07:34 Uhr

Wem gehört der Panzer? Russland schaltet sich ein

vom

svz.de von
erstellt am 21.Nov.2011 | 08:14 Uhr

Rostock | Jetzt hat auch Russland Interesse am Panzer bekundet. "Die Russische Botschaft aus Berlin hat eine erste Anfrage gestellt", berichtet Heiko Tiburtius vom Tief- und Hafenbauamt. Nachdem am vergangenen Donnerstag der Panzerturm eines sowjetischen T34/85 geborgen wurde, haben sich vielfältige Theorien über Besitzverhältnisse ergeben und Interessenten gefunden. Ursprünglich schien es aufgrund erster juristischer Einschätzungen, als gehöre der Panzer der Stadt Rostock. "Der Panzer ist und bleibt aber eine Kriegswaffe. Er obliegt dem Kriegswaffenkontrollgesetz und darf nur an berechtigte Stellen gehen", sagt Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums. "Weil er als kriegsähnliches Gerät eingestuft wird, hat der Munitionsbergungsdienst wohl den ersten Zugriff", sagt Tiburtius. Über solche Zuständigkeiten wurde heute noch relativ ergebnisoffen in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters Roland Methling (parteilos) gesprochen.

Ein zumindest formal berechtigter Abnehmer, ungeachtet der noch nicht geklärten Besitzverhältnisse, wäre das Militärhistorische Museum aus Dresden. Es hatte als Erstes Interesse bekundet und stand seit der vergangenen Woche in regem Kontakt mit der Stadt Rostock. "Wie ich es wahrgenommen habe, würde uns die Stadt den Panzer vielleicht schon geben", sagt Museums-Sprecher Sebastian Bangert.

"Der T-34 war so etwas wie der russische VW Golf"

Für sie wäre der Panzer aber erst richtig interessant, wenn auch die Wanne gefunden würde und dazu eine Geschichte vom Einmarsch der Roten Armee am 1. Mai 1945 in Rostock, den sowjetischen Soldaten und der Sprengung erzählt werden könnte. "Der T34 war so etwas wie der russische VW Golf, ein richtiges Massenprodukt", sagt Bangert. So habe das Museum bereits einige Exemplare. Der Fund der Wanne im Laufe der weiteren Bauarbeiten am Mühlendamm könnte Aufklärung zur Geschichte bringen. Doch eben dieser Fund wäre auch für die Russen interessant. In der Wanne werden weitere menschliche Knochen vermutet, anhand derer die Identität der Besatzung geklärt werden könnte. Joachim Koslowski, Umbetter der Kriegsgräberfürsorge, hatte am vergangenen Donnerstag bereits menschliche Gebeine geborgen.

Die russische Regierung wird interessiert sein, den toten Soldaten eine würdige Beerdigung zu bereiten, vermutet Tiburtius. Wohin der Panzer letztlich geht, wird noch entschieden.

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