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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 03:02 Uhr

Rostocker Zoo : Weitere Tiere getötet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vogelgrippevirus H5N8 im Rostocker Zoo: Nun musste auch der Rote Ibis sterben

Die Negativmeldungen aus dem Rostocker Zoo reißen nicht ab: Nachdem vergangenen Donnerstag bei zwölf Weißstörchen das gefährliche Vogelgrippevirus H5N8 festgestellt worden ist, haben sich nun weitere Vögel infiziert. Sowohl der Rote Ibis als auch 17 andere Vögel mussten getötet werden. Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, handelte es sich dabei um weitere Ibisse sowie um Nacht- und Seidenreiher.

Auch die im selben Stall wie die Weißstörche untergebrachten Enten und Gänse wurden in der vergangenen Woche getötet. Zusätzlich wurde die Untersuchung aller rund 500 Vögel im Zoo angeordnet. Laut Ministerium hat sich inzwischen herausgestellt, dass alle 23 getöteten Enten ebenfalls das Virus H5N8 trugen. Der Zoo bleibt daher weiter geschlossen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bat um Verständnis: „Wir versuchen, die teilweise seltenen Arten im Zoo zu schützen, damit der Verlust für die biologische Vielfalt möglichst gering bleibt. Doch es ist auch klar, dass wir bei weiteren Funden weitere Tötungen vornehmen müssen.“ Die bisherigen Untersuchungen hätten keinen Aufschluss darüber erbracht, wie das Virus in den Zoo gelangt ist. Für das gesamte Stadtgebiet Rostocks ist die Stallpflicht ausgerufen worden. In der Hansestadt leben nach Angaben von Ministeriumssprecher Constantin Marquardt insgesamt 5900 Nutzgeflügel, meist Legehennen.

Das zuvor in Ostasien kursierende H5N8-Virus tauchte in Europa im November in einem Putenhof in Mecklenburg-Vorpommern auf, später in Niedersachsen und mehreren Ländern Europas. Auch bei zwei Wildenten in Sachsen-Anhalt war kürzlich der Erreger nachgewiesen worden. Bislang steht nicht eindeutig fest, ob das Virus über Wildvögel oder den Futter- und Geflügelhandel nach Europa gekommen ist. Erkrankungen von Menschen, die H5N8 ausgesetzt waren, sind bisher nicht bekannt.

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