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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 19:56 Uhr

Rostock-Laage : Weitere 48 Flüchtlinge abgeschoben

vom

Nach 110 Flüchtlingen am Dienstag wurden heute weitere abgelehnte Asylbewerber von Rostock-Laage aus ausgeflogen. Die Ziele: Albanien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro.

48 Flüchtlinge sind am Mittwoch vom Flughafen Rostock-Laage aus in ihre Heimatländer Albanien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro abgeschoben worden, darunter 13 Kinder. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums. Bereits am Vortag waren 110 Menschen über Rostock Laage ausgeflogen worden. Auch für morgen seien weitere Abschiebungen per Flugzeug geplant.

Aktivisten der Initiative „Rostock hilft“ protestierten auf der Flughafen-Zufahrt gegen die Abschiebung, als die Flüchtlinge mit Bussen zum Flughafen gebracht wurden. Die Polizei löste eine Sitzblockade mit rund 25 Demonstranten auf.

Der Sprecher der Bundespolizei sprach von einer menschlich belastenden Situation für die Polizeibeamten, da die abgewiesenen Asylbewerber nicht freiwillig ausreisen und somit in einer Ausnahmesituation seien. Die Polizei muss Amtshilfe für die Ausländerbehörden bei der Abschiebung leisten.

Zwei der Flüchtlinge hätten zu ihrer eigenen Sicherheit bei der Abschiebung gefesselt werden müssen, sagte der Bundespolizei- Sprecher. Bei der Ankunft in den Heimatländern würden die Abgeschobenen den dortigen Grenzbehörden übergeben.

Ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit erklärte auf Nachfrage, dass Sammelabschiebungen mit Vollcharter-Flügen an mehreren Tagen hintereinander eine neue Entwicklung sei.

 

Der migrationspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Hikmat Al-Sabty, kritisierte Sammelabschiebungen über den Flughafen Rostock-Laage. Nachdem die Heimatländer der Betroffenen zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt worden seien, werde nun ohne Rücksicht auf humanitäre Aspekte abgeschoben.„Im Zuge der beschleunigten Asylverfahren bleibe die Menschlichkeit auf der Strecke. Unmenschlich ist auch der Fakt, dass Kinder abgeschoben werden, die gut in die Schulen integriert waren“, sagte Al-Sabty. „Auf dem Flugplatz Laage wurde ein Sperrgebiet eingerichtet und weder interessierte Bürgerinnen und Bürger noch die Presse haben die Möglichkeit mit den Betroffenen der Massenabschiebung zu sprechen.“

Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Silkeit, wies die Kritik der Linke-Fraktion zurück. „Um wirklich Bedürftigen zu helfen, die aus Kriegsgebieten zu uns fliehen, müssen abgelehnte Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern konsequent abgeschoben werden. Ein Stopp der Abschiebungen würde unser Land überfordern und bei den Bürgern zu wenig Verständnis führen.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 14:22 Uhr

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