zur Navigation springen

Volkenshagen : Weiße Scheune: Der Abriss ist vorerst vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verantwortliche uneinig über die Zukunft des baufälligen Objektes

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die Weiße Scheune in Volkenshagen – Schandfleck oder Schutzgut? Diese Frage erregte bei der Gemeindevertretersitzung in Klein Kussewitz die Gemüter. Schließlich sollte das Gremium über den Abriss des nicht ganz 100 Jahre alten Objektes entscheiden, das seit 1997 im Besitz der Gemeinde ist. Laut Bürgermeister Jens Quaas (Wählergemeinschaft Dorfleute) sei das Gebäude mittlerweile aber so marode, dass es eine Gefahr darstellt.

„Ein Viertel des Daches ist bereits eingestürzt und es ist abzusehen, dass – wenn es länger nass ist – auch eine Wand mit runterkommt“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Er wolle nicht seinen Kopf dafür hinhalten, wenn etwas passiert. Außerdem sei lange genug versucht worden, einen Investor für die Scheune zu finden – vergeblich.

Gemeindevertreter René Dreher (Wählergemeinschaft Dorfleute) wollte diese Argumente nicht gelten lassen. Ihn störte vor allem, das laut Beschlussvorlage nach dem Abriss die Veräußerung des Grundstückes in mehreren kleinen Teilen zur Neubebauung vorgesehen ist. „Es geht darum, dass man die Kultur und Tradition des Dorfes wahrt. Alle Herrenhäuser, die es hier mal gab, wurden abgerissen und die Grundstücke dann verkauft“, beklagte er. Wenn der Abriss der Scheune aus fachlicher Sicht die einzige Alternative sei, dann sollte wenigstens das Grundstück im Besitz der Gemeinde behalten werden, um dort vielleicht später einmal altersgerechten Wohnraum zu schaffen.

„Es ist eine Frage der Liquidität, ob man sich das leisten kann, 4000 Quadratmeter einfach frei zu lassen“, sagte Gemeindevertreter Dr. Karl-Ludwig Jonas. Er stimmte dem Bürgermeister zu und sah akuten Handlungsbedarf für den Abriss. „Wir haben zu lange auf Zeit gespielt, aber man drückt sich gerne vor unangenehmen Entscheidungen und wir alle tun uns damit schwer“, sagte er.

Der Gemeindevertreter sah keinen Anlass, noch weiter zu warten. „Es wird keine Lösung vom Himmel fallen. Und wenn wir es an den Falschen verkaufen, haben wir im schlimmsten Fall eine Ruine dort stehen, ohne als Gemeinde Einfluss darauf zu haben“, gab er zu bedenken. Und eine Sanierung der Weißen Scheune aus Gemeindemitteln sei nicht möglich.

Bürgermeister Jens Quaas versuchte zu vermitteln und schlug vor, nach dem Abriss einen Investor für die Idee mit dem altersgerechten Wohnen zu suchen. „Vielleicht könnte der bei einem Neubau auch den Namen erhalten und sich an der Gestaltung der Scheune orientieren“, sagte er. Doch die Mehrheit der Gemeindevertretung stimmte gegen den Abriss – und für den Erhalt der baufälligen Scheune.

Simone Narajek, die leitende Verwaltungsbeamtin des zuständigen Amtes Carbäk, kündigte an, dass sie gegen diesen Beschluss möglicherweise Widerspruch eingelegen muss. „Wir müssen prüfen, was vor Ort an Sicherungsmaßnahmen zu leisten ist“, sagte sie. Würde das teurer als die für den Abriss vorgesehenen 50 000 Euro, dann müsste sie ihr Veto einlegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen