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Geschenke per Post : Weihnachtsstress dauert bis Januar

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zusteller der Post haben in diesen Tagen mehr als die doppelte Menge Briefe und Pakete zu verteilen / Nach dem Fest kommt der Umtausch

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Wenn Antje Boos ihre Arbeitswoche beendet, hat sie mit ihren Beinen einen ganzen Pkw bewegt. Summiert sich doch die Post, die die 34-Jährige derzeit an sechs Tagen per Fahrrad zustellt, auf rund 1200 Kilogramm.

Damit sie und ihre Kollegen vom Zustellstützpunkt in der Erich-Schlesinger-Straße bei dieser Menge möglichst kurze Wege haben, starten die ersten Mitarbeiter bereits um 4.30 Uhr mit der Sortierung der Post, die maschinell nicht erkannt werden konnte. Die Mitarbeiter der Abteilung sind deshalb Meister im Handschriftenlesen. „Die Routine ist dabei immens wichtig – viele Zusteller, die immer in bestimmten Gebieten unterwegs sind, kennen natürlich auch die Bewohner der Häuser“, sagt Martin Grundler. Besonders bei der oft heiß ersehnten Weihnachtspost sei eine leserliche Handschrift aber dennoch wichtig, denn „es gibt kein Zustellen auf Verdacht“, so der Post-Sprecher.

Antje Boos hat es dabei etwas schwerer, denn sie ist aktuell in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt unterwegs. Ein Viertel mit viel Zu- und Wegzug. Auch die Kopfsteinpflasterstraßen erschweren der Zustellerin, die auf einem normalen Fahrrad ohne Motor unterwegs ist, die Arbeit. Gegen 9.30 Uhr startet sie mit voll gepackten Taschen von der Zustellbasis aus in ihren Bezirk. Zusätzlich zu den 30 Kilogramm Rad-Gewicht kommen bis zu 50 Kilo Post. Und das ist – besonders in der Weihnachtszeit – natürlich längst nicht alles. „Wir sortieren morgens unsere Kisten und übergeben sie an Fahrer. Die bringen die Boxen mit dem Auto dann zu Ablagestationen, die in den Vierteln stehen und die wir immer zum Nachladen anfahren“, sagt die zweifache Mama, die seit 1997 bei der Post arbeitet. Fünf bis sechs Stunden ist sie täglich an der frischen Luft unterwegs. „Bei dem bisher milden Winter kommt man da schon fast wieder ins Schwitzen“, sagt sie schmunzelnd.

Bereits nach den Sommerferien würden die Zusteller eine Zunahme der Postmenge bemerken. Gabriele Jacobs, die in der Südstadt Briefpost und Pakete verteilt, hat dann auch wieder mehr zu tragen. Gut 30 Kilo dürfe ein Paket wiegen. Zu Weihnachten komme das schon öfter vor, sagt die Zustellerin und zeigt auf ein Paket, das schon von außen zwölf Weinflaschen im Inneren verheißt. „Es wurde auch schon einmal eine Küche in Paketen versandt. Jeden Tag kamen immer neue Einzelteile“, weiß Post-Sprecher Grundler aus den Erzählungen der Kollegen vor Ort. Würden im Bundesdurchschnitt rund 3,5 Millionen Pakete täglich versandt, wären es zur Weihnachtszeit locker doppelt so viele. „Im vergangen Jahr wurden an Spitzentagen vor dem Fest 7,5 Millionen Pakete erreicht und wir sind darauf eingestellt, das noch einmal zu steigern“, so Grundler. Darunter wären nicht nur Geschenke-Bestellungen aus dem Internet – auch der Lebensmittelversand sei ein wachsender Markt.

Für Antje Boos und ihre Kollegen ist nach Weihnachten aber noch nicht Schluss mit dem Zustell-Stress. „Im Januar kommen dann die Geschenke-Retouren und die ersten Frühjahrsmode-Kataloge“, sagt sie. Außerdem würden Gutscheine eingelöst.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sein Paket bis 22. Dezember, 18 Uhr, in den Postfilialen abgeben, damit es in der Regel bis Heiligabend zugestellt wird. In Postbank-Filialen gilt das bis zum 23. Dezember, 10 Uhr.

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