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Warnemünde : Wehmut ist dabei: Kutter „Dessau“ wird verschrottet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eigentlich hatte Frank Wartenberg noch auf einen Käufer für seinen Oldtimer gehofft. Doch nun muss das Schiff doch seine letzte Fahrt antreten.

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 15:00 Uhr

In Kürze wird es am Alten Strom einen Kutter weniger geben. Schweren Herzens trennt sich Frank Wartenberg, Inhaber der Angel- und Seetouristik GmbH, vom Kutter „Dessau“ seiner roten Flotte. Diese zwischen 1946 bis 1952 erbauten Kutter sorgen für die Postkartenidylle am Alten Strom. Die „Dessau“ gehörte seit 1991 zur Flotte von Frank Wartenberg und stand jetzt lange zum Verkauf. Für einen symbolischen Euro sollte das historische Schiff verkauft werden. Interessierte hat es sehr viele gegeben. Aber die meisten haben die Kosten um den Euro unterschätzt. „Da kommt eine mehrstellige Summe zusammen“, weiß Frank Wartenberg, auf dessen Schiffen Petrijünger und Tagesausflügler viele unvergessliche Stunden erlebt haben. Die Krönung im Reigen der Erlebnisse, die sich um dieses Verkaufsangebot rankten, war, dass jemand ins Büro gekommen ist und einen Euro auf den Tisch gelegt hat und das Schiff gleich mal zum Übernachten nutzen wollte.

Eine Verkaufsoption hat es kürzlich gegeben, aber auch die hat sich zerschlagen. Inzwischen wird damit begonnen, den Kutter auf seine letzte Fahrt vorzubereiten. Denn auch wenn er nur Am Strom liegt, verursacht das Kosten. Frank Wartenberg hofft, dass die anderen Kutter seiner Flotte – die „Hanno Günther“, die „Bad Doberan“ und die „Chemnitz“ – sowie die Kutter anderer Betreiber noch lange das Bild am Alten Strom prägen. Auch das weiß der Firmen-Chef: Auf alten Postkarten hat es noch mehr Kutter gegeben. „Man muss aufpassen, dass diese Besonderheit von Warnemünde dem Ostseebad erhalten bleibt“, sagt er.

Hafenkapitän Gisbert Ruhnke bestätigt das. „Wenn es klappt, dann geht die ,Dessau’ am Montag mit Hilfe eines Schleppers der Baltic-Taucher zum Verschrotten in den Fischereihafen“, sagt er. In dem Zusammenhang wird auch das Privatschiff „Andrea“ seinen letzten Weg dorthin antreten. Das Schiff liegt nahe dem Sitz der Baltic-Taucher im Werftbecken. „Der Liegeplatz der ,Dessau’ wird nur an einen Kutter vergeben, damit das Bild am Alten Strom erhalten bleibt“, sagt der Hafenkapitän. „Es liegen viele Anträge vor, aber die Entscheidung steht noch aus.“

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