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kontrolle : Wegen der Steuer: Rostock zählt Hunde nach

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prüfer registrieren mehr als 900 nicht angemeldete Tiere / Mehreinnahmen von 70 000 Euro pro Jahr

Steuerfrei auf vier Pfoten – damit ist in den meisten Fällen jetzt Schluss in der Hansestadt Rostock. Um die Hundesteuer-Einnahmen zu steigern, hat die Stadtverwaltung nachzählen lassen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen: 939 Hunde, die bisher nicht angemeldet waren, haben die Prüfer einer beauftragten Fremdfirma entdeckt. „Das entspricht einer Steigerung von 15 Prozent“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Vor dem Beginn der Zählung hatte der Hundebestand in Rostock offiziell noch bei 6196 gelegen.

Die zusätzlichen Hunde in den Steuerlisten sollen dieses Jahr rund 70 000 Euro Mehreinnahmen bringen. Auch schon im vergangenen Jahr hatte es zusätzliches Geld gegeben, denn die Hundeprüfung war bereits Anfang Juli abgeschlossen. Ab dem Sommer kamen dann die Einnahmen. Sie wurden aber teilweise durch die Erfolgsprämien für die Prüfer wieder aufgebraucht. „Die Hundekontrollmaßnahme hat sich somit schon im Jahr 2013 refinanziert“, sagt Methling. Ihren Abschlussbericht will die Verwaltung der Bürgerschaft am 29. Januar vorlegen.

Bei dem Projekt Hundezählung hatte Rostock sich an anderen Städten wie Erfurt orientiert, das mit 203 000 Einwohnern ähnlich groß ist und seine Vierbeiner mit ähnlichem Erfolg erfassen ließ. Die Prüfer von der Dürener Spezialfirma Springer Kommunale Dienste kontrollierten die halbe Hansestadt und ließen sich auch bei unklaren Fällen nicht so leicht abschütteln. „Wenn kein Bürger angetroffen oder die Auskunft verweigert wurde, wurden Informationsschreiben hinterlassen“, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Die Kontrollen seien insgesamt reibungslos verlaufen und weitgehend auf Akzeptanz der Rostocker gestoßen. Die Behören registrierten insgesamt zehn Beschwerden. Den Anstoß für die Hundezählung gab eine zuletzt 2010 vorgenommene Schwerpunktprüfung. Diese hatte ergeben, dass bis zu 20 Prozent der Hundehalter ihre Tiere nicht steuerlich anmelden.

Mehreinnahmen erwartet die Hansestadt aber nicht nur durch die jetzt höhere Zahl angemeldeter Hunde. Sie hatte auf Beschluss der Bürgerschaft zum Jahreswechsel auch die Hundesteuern insgesamt angehoben, rechnet so mit weiteren 110 000 Euro in diesem Jahr. Der Tarif für den ersten Hund stieg von 84 auf 108 Euro pro Jahr. Für den zweiten Hund sind 14 Euro fällig, für den dritten 168 Euro. Die Gebühr für Kampf- und andere als gefährlich eingestufte Hunde beträgt sogar 468 Euro. Der Anteil am gesamten Etat fällt allerdings vergleichsweise gering aus: Die Hundesteuer wird unter dem Posten „Örtliche Gemeindesteuern“ verbucht – und der liegt insgesamt nur bei 1,9 Prozent aller städtischen Einnahmen. Höhere Hundesteuern dienten laut Beschlussvorlage für die Bürgerschaft aber nicht nur dem Haushalt. So solle auch einer allzu umfangreichen Hundehaltung und einer damit einhergehenden übermäßigen Verunreinigung des Stadtgebiets entgegengewirkt werden.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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