zur Navigation springen

Prozess : Wegen 3,20 Euro Pfand zwei Männer fast tot geprügelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Güstrower Maik R. und Sven G. müssen mit Freiheitsstrafen von bis zu neun Jahren rechnen

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die beiden Güstrower Maik R. (29) und Sven G. (23) haben sich gestern vor Gericht verantworten müssen. Wegen eines Streits um 3,20 Euro Pfand hatten sie am 14. August 2013 Christian H. (34) und Frank U. (45) verprügelt und anschließend aus dem zweiten Stock eines Güstrower Abrisshauses geworfen. Die Männer wurden dabei lebensbedrohlich verletzt.

Auf Bitte der Verteidiger kam es gestern zu einer Übereinkunft aller Beteiligten. Bei einem umfassenden und glaubwürdigen Geständnis drohen den Angeklagten so Freiheitsstrafen zwischen siebeneinhalb und neun statt der sonst zu erwartenden 10 bis 15 Jahre. Maik R. und Sven G. stimmten zu.

Sie seien an dem Tag zu sechst gewesen, als sie sich im Abrisshaus trafen. Es wurde kräftig getrunken und, nachdem der erste Kasten Bier leer war, ein weiterer und zwei Flaschen Klarer besorgt. Streit entstand, als die leere Kiste verschwunden war. Für das Leergut gäbe es immerhin 3,20 Euro Pfand. Als Täter wurden Frank U. und Christian H. ausgemacht. Die Angeklagten schlugen und traten zuerst auf Christian H. ein. „Ich fackelte nicht lange und trat immer wieder zu“, sagte Sven G., „mir war auch klar, dass er draufgehen könnte“. „Wir traten noch zu, als beide Männer schon am Boden lagen“, so Maik R., der Christian H. auch mit einer Metallschiene auf den Kopf schlug. Wer auf die Idee kam, die beiden aus dem Fenster zu werfen, wussten sie nicht mehr. Im Dunkeln zogen sie Christian H. über die Treppen nach oben. Das Handy leuchtete ihnen den Weg. Danach brachten sie Frank U. hoch. „Sie waren beide in einem schrecklichen Zustand und bluteten stark“, so Maik R. Christian H. sei noch ansprechbar gewesen und hätte vergeblich versucht, sich am Fensterbrett festzuhalten. Frank U. war durch die vielen Schläge und Tritte zu keiner Gegenwehr mehr fähig. Mit einem kurzen Ruck beförderten sie ihn aus dem Fenster. „Sie bewegten sich nicht mehr, als ich ihnen hinterhersah“, sagte Sven G. Die beiden Opfer wurden gestern als Zeugen gehört und nahmen die Entschuldigung der Angeklagten an. Der Prozess wird am 18. Februar fortgesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen