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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 22:05 Uhr

Weg von der schiefen Bahn

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 10:27 Uhr

Kassebohm | Seit zehn Jahren kümmert sich der Verein Jugendhilfe Stadt und Land darum, Jugendliche und hilfebedürftige Erwachsene auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, haben die Vereinsmitglieder zusammen mit den Jugendlichen einen Tag der offenen Tür veranstaltet.

Ausbilder Hannes Schwarz zeigt seinen Jungs, wie man fachgerecht einen Baumstamm zersägt. "Das ist heute natürlich alles etwas lockerer", sagt Schwarz. Auch an der Melkstation geht es vor allem um Schnelligkeit. Andrea Kehlan, Werkstattpädagogin in der Tierhaltung, misst die Zeit, in der ihre Schüler aus einem nachgebauten Euter Wasser abmelken. Krystyn Pastow ist in dieser Disziplin schon recht gut und steht ganz oben auf der Liste. Die Jugendliche bereitet sich im Verein auf ihren Schulabschluss vor: "Ich lerne hier, Tiere zu versorgen. Das brauche ich für meine berufliche Reife." Dass sie und ihre Betreuerin ein gutes Verhältnis zueinander haben, ist zu spüren.

Und gute Beziehungen pflegt die Jugendhilfe auch zu einem Partnerverein in Dänemark. Arne Kjærsgaard und Leif Jeppesen sind extra aus Nyköbing nach Rostock gekommen, um das Zehnjährige mitzufeiern. "Es sind doch nur 80 Kilometer und wir sind gerne hier. Wir treffen uns immer mal wieder, um uns auszutauschen", sagt Kjærsgaard, denn er hätte ganz ähnliche Werkstattprojekte im Angebot wie der hiesige Verein.

Die Vereinsvorsitzende Dr. Barbara Hülsmeyer ist zwar stolz auf die vergangenen zehn Jahre, doch bleibt ein bitterer Beigeschmack: "Der Jugendhilfeausschuss hat gerade unsere Finanzierungsforderung nach 19 Plätzen für die Jugendlichen abgelehnt." Die Stadt erkenne lediglich einen Bedarf für 15 Stellen an, die allerdings lange nicht genügten. Auch das Land finanziere die Arbeit des Vereins mit. "Die Stadt muss mit in die Verantwortung gezogen werden", unterstreicht Hülsmeyer. Schließlich habe sie zugegeben, dass die Vereinsarbeit dringend benötigt werde, doch stimme die Kommunikation untereinander nicht. Sie hofft auf eine Klärung zur Finanzierung des tatsächlichen Bedarfs bei der nächsten Sitzung der Bürgerschaft am 19. Juni.

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