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Gesund in Rostock : Weg mit dem Übergewicht: Bypass lässt die Kilos purzeln

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Diagnose Adipositas: Uwe Konopatzki wiegt 138 Kilo und hat einen BMI von 45 – nun soll er operiert werden

von
erstellt am 30.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Uwe Konopatzki hat schon immer gerne gegessen. Und so kam es, dass er jedes Jahr ein paar Kilo zunahm. Erst passten die alten Hemden nicht mehr, dann zwickten die Hosen. Nun soll Uwe Konopatzki einen Magenbypass bekommen. Denn er leidet unter Adipositas, unter Fettleibigkeit. Derzeit wiegt er 138 Kilogramm bei einer Größe von 1,76 Metern. Damit liegt sein Body Mass Index (BMI) bei 45. Der BMI ist ein Richtwert zur Bewertung des Körpergewichts. Er setzt die Größe und das Gewicht in ein Verhältnis. Für einen 53-jährigen Mann wie Uwe Konopatzki liegt der wünschenswerte BMI bei 22 bis 27. Für den Patienten bedeutet dies also: Pfunde loswerden. Denn starkes Übergewicht hat Konsequenzen für die Gesundheit. „15 bis 25 Prozent der Adipositas-Patienten haben einen Diabetes“, sagt Ärztin Nicole Strater. Aber nicht nur das: Zu viel Gewicht beeinträchtigt die Schnelligkeit, Beweglichkeit sowie Reaktionsfähigkeit und wirkt sich negativ auf die Gelenke, Wirbelsäule und Sehnen aus. Das merkt auch Uwe Konopatzki: „Man kann sich nicht mehr so bewegen, wie man will. Immer wenn ich mit meinem Sohn Fußball spielen wollte, war ich früh außer Atem. Es ging einfach nicht“, erzählt er.

Deshalb probierte der 53-Jährige in der Vergangenheit bereits einige Diäten aus. Doch egal, ob Kohlsuppe oder das Halbieren der Mahlzeiten – einen Erfolg hat kein Abnehmprogramm gebracht. Uwe Konopatzki sei auch bei der Ernährungsberatung gewesen – mehrfach. „Bisher habe ich es einfach nicht geschafft abzunehmen.“ Dass sein Gewicht ein Problem ist, hat der 53-Jährige erkannt. Deshalb ging er in die Adipositassprechstunde des Klinikums Südstadt. Anschließend sprach er mit Prof. Hans-Christof Schober, Leiter der Klinik für Innere Medizin I, über sein Problem. Uwe Konopatzki wurde daraufhin durchgecheckt. „Ich hatte akuten Bluthochdruck“, weiß er heute. „Verursacht durch das so genannte Conn-Syndrom.“ Das Conn-Syndrom, medizinisch auch primärer Hyperaldosteronismus genannt, ist eine Erkrankung der Nebennieren. Dabei wird vermehrt das Hormon Aldosteron produziert, das die Konzentration von Salzen wie Natrium und Kalium im Blut reguliert. Die Überproduktion des Aldosterons hätte bei Konopatzki zu einem Kaliumabbau geführt, was wiederum den Bluthochdruck verursacht hätte, erklärt Nicole Strater. Um die Regulationsstörung auszugleichen, sei Uwe Konopatzki operiert worden. Mittels Schlüssellochtechnik hätten die Mediziner seine Nebenniere entfernt – über den Rücken. „Das ist eher selten. Normalerweise operiert man durch den Bauch“, sagt Strater. Weil die Nebenniere aber dichter am Rücken liege, seien die Mediziner dieses Mal anders vorgegangen.

„Das Gewicht ist aber dadurch noch nicht weg“, sagt Uwe Konopatzki. Wenn er sich von der Operation erholt hat, soll er einen Magenbypass bekommen. Weil alle bisherigen konservativen Behandlungsmethoden gescheitert seien und er bereits an Begleiterkrankungen leide, die durch sein Übergewicht verursacht wurden, habe er gute Chancen, dass der Eingriff von der Krankenkasse übernommen wird. Bei der OP wird seine Magengröße um ein Vielfaches verkleinert. „Mit der Operation kann der Patient eine Menge abnehmen. Im ersten Jahr nach dem Eingriff reduziert sich das Übergewicht in der Regel um 60 bis 70 Prozent“, erklärt Strater.

Allerdings sei der Magenbypass kein Freifahrtschein für unkontrolliertes Essen. Süßigkeiten, Alkohol und rotes Fleisch würden viele nach der Operation gar nicht mehr vertragen. „Die Patienten merken dann, dass sie nur noch ein Bruchteil von dem essen können, was sie vorher gegessen haben“, so Strater. Wichtig sei, dass sie die richtigen Lebensmittel zu sich nehmen. „Wir empfehlen, immer zuerst die Eiweiße und zum Schluss die Kohlenhydrate zu essen.“

Dass das Abnehmen viel Disziplin erfordert, weiß auch Uwe Konopatzki. „Mein Übergewicht kommt vom Essen. Ich backe gerne, ich koche gerne und ich esse auch gerne.“ Nach seiner Magenbypass-Op hofft er deshalb auch auf die Unterstützung seiner Familie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“ Immerhin will der 53-Jährige in ein paar Jahren gesund ins Rentenalter kommen. „Ein bisschen muss ich noch arbeiten. Aber ich möchte später meine Rente genießen können.“ Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, bleibt er im Klinikum Südstadt in Betreuung. „Das ist das Schöne an dem Job. Wir gehen eine Art Ehe mit den Patienten ein, begleiten sie ihr Leben lang und sehen dadurch auch die Erfolge“, betont Strater.

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