Gebühren : Wasser: Rostocker müssen mehr zahlen

Kläranlage von Eurawasser: Die Gebühren für die Entsorgung steigen ab Januar.
Kläranlage von Eurawasser: Die Gebühren für die Entsorgung steigen ab Januar.

Grundgebühr für die Entsorgung steigt ab Januar / Betreiber will Vertrag einhalten

svz.de von
07. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Ab Januar müssen die Rostocker und Bewohner der Nachbargemeinden mehr Geld für ihre Wasserentsorgung zahlen. Das hat die Verbandsversammlung des Warnow-Wasser- und Abwasserverbands (WWAV) am Donnerstag beschlossen.

Trotz gleichzeitiger Senkung des Trinkwasserpreises um drei Cent pro Kubikmeter wird ein Einfamilienhaus bei durchschnittlichem Verbrauch mit rund 25 Euro mehr pro Jahr belastet. Bewohner von Mehrfamilienhäusern hingegen – das sind rund 70 Prozent der etwa 261 000 Menschen im Verbandsgebiet – müssen im Schnitt nur mit 2,55 Euro pro Familie und Jahr zusätzlich kalkulieren. Denn angehoben wird nicht die Mengen-, sondern die Grundgebühr für die Beseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Und die wird auf alle Parteien umgelegt.

Besitzer privater Kleinkläranlagen – in der Regel Kleingärtner – müssen formal ebenfalls mehr bezahlen. Statt 32,54 pro Kubikmeter Schlamm werden künftig 35,76 Euro fällig. Dank der Umrüstung der mechanischen auf biologische Anlagen ändert sich allerdings auch der Entleerungsrhythmus. Bisher wurden die Anlagen einmal im Jahr abgepumpt, in Zukunft genügt das alle fünf Jahre.

„Die Erhöhung der Abwassergebühren ist nach sechsjähriger Stabilität unumgänglich“, sagt WWAV-Geschäftsführerin Katja Gödke. Ursache dafür seien zum einen die Fixkosten, die durch die laufenden Investitionen und Sanierungen entstehen und 85 Prozent ausmachen, zum anderen die steigenden Stromkosten, die aus der EEG-Umlage resultierten. „Die schlägt bei uns voll durch“, sagt Gödke. Betreiber Eurawasser habe zwar einen Antrag auf Befreiung gestellt, der sei aber bislang nicht genehmigt worden.

Im kommenden Jahr will Eurawasser Investitionen und Sanierungen in Höhe von 14,5 Millionen Euro vornehmen, 0,5 Millionen mehr als in diesem Jahr. „Die größten innerstädtischen Baumaßnahmen sind in der Albert-Einstein-Straße, in der Harten Straße und Ellernhorst sowie in der Humboldtstraße geplant“, sagt Geschäftsführer Robert Ristow. In Warnemünde sind es der Kirchenplatz und die Seestraße. Der Großteil des Geldes entfällt auf die Erneuerung des Kanalnetzes.

„Wir haben einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 und den werden wir professionell erfüllen“, sagt Ristow. Anschließend geht das Geschäft wieder in kommunale Hände über. Dafür soll bis Ende März 2015 die Nordwasser GmbH gegründet werden. Die Sorge, dass Eurawasser deswegen die Investitionen in den kommenden Jahren zurückschrauben könnte, sei unbegründet, so Ristow.

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