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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 23:53 Uhr

Rostock KTV : Was wird aus dem Ulmenmarkt?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vision eines Investors liegt seit 2015 auf Eis. Oberbürgermeister schließt erneute Belebung des Projektes nicht aus #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Der Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt sorgt sich, dass die Stadt den Ulmenmarkt doch noch verkaufen will. Grundlage dessen ist das Haushaltssicherungskonzept für 2017 bis 2021, das gerade den Ortsbeiräten vorgestellt wird und auch die Veräußerung städtischer Flächen umfasst.

Acht bis zwölf Millionen Euro könnten jährlich für den Verkauf von solchen angenommen werden, sagte André Beutel, Leiter des Bereichs Zentrale Steuerung der Stadt, im Beirat. Welche das genau sein werden, konnte er nicht benennen. „Es werden keine Detailflächen aufgelistet“, kritisierte Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09). Ihr gegenüber habe die Verwaltung einen Verkauf des Ulmenmarktes nicht völlig ausschließen können.

Im Frühjahr 2015 hatte ein möglicher Verkauf des 6500-Quadratmeterplatzes mit 200 Stellflächen an einen Investor, der dort Wohnungen und Läden errichten wollte, Gegenwind aus der Bevölkerung bekommen. „Er hatte mehrere Wohnungsgenossenschaften angesprochen und mit einer dann auch versucht, das Projekt zu entwickeln“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), der dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüberstand.

„Um einen städtebaulichen Missstand, der dort besteht, zu beseitigen“, so der OB, beauftragte das Stadtplanungsamt einen Architekten, der drei Varianten im Beirat vorstellte – ein Bau bis zur Hälfte des Platzes, eine Gebäudezeile vis a vis zur Ulmenstraße oder ein Würfel mitten auf dem Markt. Jeder Bau sollte vier bis sieben Geschosse haben und vier Tiefgaragenebenen. „Ich finde, da hat unsere Stadtplanung perfekte Vorarbeit geleistet, die diesen Platz in eine neue Qualität geführt hätte“, kommentiert Methling, „es wäre ein Grün- und Spazierraum entstanden, der viel größer ist als der gegenwärtige“. Der Beirat war mehrheitlich vor allem gegen den Verkauf, gegen die Bebauung, aber für eine Gestaltung.

Heute liegt das Projekt auf Eis, „weil der Ortsbeirat sich intensiv dagegen ausgesprochen und der Investor daraufhin die Lust verloren hat“, begründet Methling, „und die Hansestadt hat auf dieser Basis dann auch nicht ausgeschrieben.“ Nach Kenntnis der Verwaltung, so Stadtsprecher Ulrich Kunze, wollte der potenzielle Investor die im Beirat genannten Hinweise und Argumente prüfen und die Planungen gegebenenfalls anpassen. „Elemente der Idee, insbesondere zur Entschärfung der Parkplatzsituation und zur Herstellung der Erlebbarkeit einer Platzsituation, werden auch vom Stadtplanungsamt durchaus begrüßt.“

Zusammenfassend: Es ist nicht ausgeschlossen, das Projekt nochmal anzugehen, aktuell sei aber nichts in Planung, konstatiert das Stadtoberhaupt. „Ich halte es weiterhin für wichtig, dass wir zuerst in der Konzentration in der Stadt die Reserven nutzen“, sagt er.

Kommentar "Schade eigentlich" von Nicole Pätzold
Aus dem Ulmenmarkt etwas zu machen, ihn zu gestalten, war doch eine sehr gute Idee. Es ist bedauerlich, dass das Projekt komplett auf Eis liegt und das nur, weil der Ortsbeirat und Einwohner, wie ich finde, berechtigt befürchtet hatten, dass er mit Beton verstellt wird und die Stadt die Hoheit über die Gestaltung im wahrsten Sinne verkauft. Dass der Platz nicht entwickelt werden soll, hat niemand  gefordert. Im Gegenteil, der Ortsbeirat war  für eine Gestaltung. Im Moment, da hat der Oberbürgermeister Recht, ist der Ulmenmarkt keine Augenweide.  Lösung? – Stadtplanung muss doch meist ein Kompromiss sein, warum völlig verzagen, weil nicht gleich alles lief, wie erwünscht? Ran an den Platz! Am besten aber mit der Stadt als Bauherrin.

 

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