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Gesundheit : Warum Lachen immer noch die beste Medizin ist

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wer häufig laut losgackert, stärkt nicht nur sein Herz-Kreislauf-System, sondern verbrennt auch Fett und strafft die Haut

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Wenn Johanna Lüpke nach Hause kommt, streift sie zuerst ihre Sachen ab. Sie sind ein Anagram für den Ballast des Tages. Für ein glückliches Leben nutzt die Psychotherapeutin Rituale. „Bevor ich ins Bett gehe, rufe ich mir drei Dinge in Erinnerung, über die ich mich am Tag gefreut habe.“ Mit positiven Gedanken einzuschlafen, sorge für eine ruhige Nacht. Wer gut schläft, sei ausgeglichener. Und wer ausgeglichener ist, sei glücklicher. „Dabei hilft auch das Lachen“, sagt Lüpke, die zur Zeit am Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Rostock promoviert. Lachen ist gesund, erklärt sie. Nicht nur, weil das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem gestärkt werden, sondern auch, weil dadurch Fett verbrennt und die Haut gestrafft wird. „Durch die An- und Entspannung der Gesichtsmuskeln, gleicht das Lachen einem Lifting.“

Umso bedauerlicher sei es, dass Menschen mit dem Älterwerden immer weniger lachen. „Ein Kind lacht bis zu 400 Mal täglich, Erwachsene beschränken sich auf 15 Mal.“ Dass Kinder so viel Mehr ins Gackern kommen, liegt nicht an ihrem Sinn für Humor, sondern an ihrer fröhlichen Natur. Mit dem Heranwachsen wird das Lachen zunehmend von Selbstkontrolle, Ängsten und Unsicherheit abgelöst, erklärt Lüpke. „ Dabei ist Lachen beziehungsfördernd. Es ist ein interkulturelles Kommunikationsmittel, für das es keine Sprache braucht.“ Dass jemand lacht, kann durch motorische oder kognitive Reize wie Kitzeln oder Witze ausgelöst werden oder emotional bedingt sein. Zu Letzterem gehören beispielsweise schöne Erinnerungen an einen Urlaub. „Lachen macht übrigens auch glücklich. Dabei wird das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet“, erläutert Lüpke. Serotonin wirke nicht nur stimmungsaufhellend, sondern auch stressabbauend. „Besonders deutlich wird dies nach einem Lachflash. Die Psyche entspannt sich. Daher kann es auch helfen, in schwierigen Situationen zu lachen“, verdeutlicht die Psychotherapeutin. „Bei zahlreichen Erkrankungen ist der Leidensdruck so groß, dass die Fröhlichkeit nicht mehr so wahrgenommen wird. Dabei brauchen optimistische Patienten bei Schmerzbehandlungen in der Regel auch weniger Schmerzmittel.“

Johanna Lüpke betreut Menschen, die an schweren Depressionen leiden. „Dort ist das Lachen verschüttet gegangen. Dinge, die sie fröhlich gemacht haben, machen sie nicht mehr glücklich. Umso wichtiger ist es, witzige Situationen entstehen zu lassen. Kein Lachen ist immer ein Symptom für eine Erkrankung.“ Als Therapeutin kennt sie zahlreiche Methoden, die zur Steigerung des Wohlbefindens beitragen: „Man kann sich eine Minute grinsend vor dem Spiegel stellen oder sich mit Leuten umgeben, die einem gut tun. Dazu gehört auch der Spieleabend mit Freunden. Wichtig ist, herauszufinden, was man selbst lustig findet und dann darf man sich nicht bremsen lassen. Das Beste ist, so oft zu lachen, wie es nur geht“, beschreibt die 30-Jährige. Lachen müsse überall Platz finden – auch in schwierigen Lebenslagen. „Wir müssen wegkommen von den Gedanken, dass Nicht-Lachen seriös ist. Gerade Erwachsene deckeln deshalb ihre Emotionen.“ Johanna Lüpke hat viel Zeit im Kinderhospiz verbracht. „Natürlich wird dort geweint, aber dort wird auch gelacht. Schließlich hilft Lachen dabei, dass es uns besser geht.“

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