Bücher : Warnemünder lieben ihre Bibliothek

Mit der Bestandspflege geben sich Manfred Heckmann und Michaela Thordis viel Mühe.
Mit der Bestandspflege geben sich Manfred Heckmann und Michaela Thordis viel Mühe.

Allein im ersten Halbjahr verzeichnet die Außenstelle 774 Nutzer / Leser schätzen die Aktualität des Bestands

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17. August 2015, 08:00 Uhr

Die meisten Viel-Leser hat die Rostocker Stadtbibliothek in Warnemünde. Obwohl die am 29. Juni 1995 nach langen Kämpfen einiger Enthusiasten endlich wieder eröffnete Lesehalle in der Kurhausstraße seit geraumer Zeit nur dienstags und freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr geöffnet hat, haben sich im ersten Halbjahr 2015 bereits 774 Nutzer Bücher und andere Medien ausgeliehen.

Zu den Stammkunden gehört beispielsweise eine 92-Jährige, die laut Statistik in den vergangenen 20 Jahren 1648 Bücher und davon allein in diesem Jahr 56 ausgeliehen hat. Ein 87-Jähriger bringt es auf rund 5400 verschiedene Medien, zu denen neben Büchern auch Zeitschriften oder DVDs beispielsweise für die Enkel gehören. „Zudem unterscheiden sich auch die Lesegewohnheiten der Warnemünder von anderen Rostockern. Im Ostseebad halten wir auf Wunsch der Leser vor allem schöne Literatur wie Romane vor“, sagt Manfred Heckmann.

Wie der Direktor der Stadtbibliothek Rostock betont, stehen in der Kurbibliothek rund 10 000 Medien, darunter auch elektronische, und freies WLAN bereit. Ist der Wunschtitel nicht dabei, sind Bestellungen über die Zentralbibliothek möglich. Dieses Angebot nutzen übrigens nicht nur Einheimische, sondern auch viele Touristen, von denen etliche sogar mehrmals im Jahr während ihres Urlaubs vorbeischauen. „Die meisten kommen aus Berlin, auch wenn wir hier tatsächlich Leser aus ganz Deutschland begrüßen können“, sagt Michaela Thordis, die seit 30 Jahren in der Stadtbibliothek und seit sechs Jahren in der Warnemünder Lesehalle arbeitet.

„Durch das Gespräch mit den Nutzern weiß ich, was gern gelesen wird und was wir folglich im Angebot haben sollten“, sagt die Bibliothekarin. Die absoluten Renner sind in Warnemünde derzeit die Bücher „Die Lebenden und die Toten“ von Nele Neuhaus, „Das Mädchen, das verstummte“ von Michael Hjorth und „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek. Im Bereich Sachbuch schaffte es „Wir haben fast alles falsch gemacht“ von Ex-SED-Politiker Günter Schabowski auf den Listenplatz eins.

„Es gibt seitens der Leser vielfach Lob für unseren gut sortierten Bestand, den wir sehr pflegen, um stets aktuell zu sein“, sagt Michaela Thordis, die auch ein großes Herz für kleine Leute hat. Regelmäßig finden in der Kurbibliothek Veranstaltungen für die Jüngsten, beispielsweise aus den umliegenden Kindergärten, statt.

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