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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 23:30 Uhr

Streitthema : Warnemünder lehnen Windpark ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Widerstand gegen Offshore-Projekt dicht vor der Küste wächst. Beteiligungsverfahren verlängert.

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 10:00 Uhr

In Warnemünde und anderen Ostseebädern wächst der Widerstand gegen einen geplanten Offshore-Windpark vor der Küste. Jedenfalls in der ersten bekannt gewordenen Variante. Die Planungen des Landesraumentwicklungsprogrammes Mecklenburg-Vorpommern (LEP) werden in einem mehrstufigen Verfahren über zwei Jahre fortgeschrieben. In den anfänglichen Planungen reichen die Windräder bis auf sechs Kilometer an die Küste.

In einem formalen Beteiligungsverfahren konnten bis Juli Bedenken und Einwände geäußert werden. „Durch Hinweise verschiedener Kommunen ist die Frist bis zum 30. September verlängert worden“, sagt Steffen Wehner, Sprecher des Energie-Ministeriums. „Wir befürchten, dass sie in der zuerst geplanten Entfernung nachhaltig unser Image als Urlaubsland zerstören“, kritisiert Dietmar Vogel vom Handels- und Gewerbeverein (HGV). Stadtvertreter Gerd Susemihl aus Kühlungsborn ist ebenfalls besorgt um das Küstenbild, die Schallemissionen, die Einschränkungen im maritimen Sport. Die Sorge teilen Betroffene: „Der Segelsport und die Freizeitsegler werden erheblich durch die Anlagen beeinträchtigt“, kritisiert Steffen Westerkamp vom Segler-Verband MV.

„Gerade die sportlichen Aushängeschilder wie Warnemünder Woche, Hanse Sail oder Welt- und Europameisterschaften verlieren an Attraktivität“, sagt er. „Es wird kaum möglich sein, anspruchsvolle Kurse anzulegen, ohne von den Anlagen beeinträchtigt zu werden.“

Die Hansestadt Rostock hat mit ihren Ämtern und der Tourismuszentrale eine gemeinsame Stellungnahme bei der Landesregierung eingebracht. „Aus touristischer Sicht sollte bei der weiteren Ausweisung von Offshore-Windparks Folgendes berücksichtigt werden: Die unverbauten Küsten um Rostock und Warnemünde gehören zu den Aushängeschildern der Region und sind für viele Gäste einer der Hauptgründe, hier ihren Urlaub zu verbringen“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Eine Errichtung der Windparks nach den aktuellen Plänen würde der touristischen Ausrichtung und dem Image als naturbelassene Urlaubsdestination entscheidend entgegenwirken. „Ein weiterer Punkt ist die Gefährdung des hervorragenden Segelreviers vor Warnemünde“, so Fromm. Die unverbauten Gewässer ermöglichen die Austragung von maritimen Wettkämpfen auf hohem Niveau und haben Warnemünde ganz oben auf die Liste der Top-Standorte des Segelsports gesetzt.

„Uns ist klar, dass der Entwurf für das neue LEP nach der Abwägung zum ersten Beteiligungsverfahren erhebliche Veränderungen erfahren wird“, sagt Energieminister Christian Pegel (SPD). „Nicht umsonst haben wir für den Aufstellungsprozess knapp zwei Jahre kalkuliert.“ Andererseits: „Wenn wir die Energiewende wollen, brauchen wir die Windkraft von See, da kommen wir nicht drum herum“, so Wehner. In ersten Überarbeitungen des LEP ist der Abstand zur Küste vergrößert worden.

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