Warnemünde : Top-Standards auf der Neptun Werft

Die Neptun Werft ist in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie im Umweltmanagement zertifiziert worden. Markus Bleher von DQS übergab die Zertifikate an Moritz Achilles (Abteilungsleiter Managementsysteme, links) und an Werft-Chef Manfred Ossevorth (rechts).
Die Neptun Werft ist in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie im Umweltmanagement zertifiziert worden. Markus Bleher von DQS übergab die Zertifikate an Moritz Achilles (Abteilungsleiter Managementsysteme, links) und an Werft-Chef Manfred Ossevorth (rechts).

Zwei Zertifikate hat die Neptun Werft am Montag verliehen bekommen. Im Vorfeld hat es eine Übung der Wehr gegeben.

von
09. Dezember 2019, 15:28 Uhr

Warnemünde | In solchen Minuten zählen auch Sekunden. In der Nähe der Anlage für technische Gase auf der Warnemünder Neptun Werft ist ein Feuer ausgebrochen. Einsatzleiter Thomas Witte von der Freiwilligen Wehr gibt routiniert die Kommandos an die Kameraden. Kollege Hannes Knorz ist bei einem Sauerstoffaustritt verletzt worden. Die Helfer Norman Block und Dirk Fette übernehmen die Versorgung mit den anderen. Sogar die Luftrettung der Johanniter kommt ins Spiel. Was dramatisch klingt, war es in dem Fall glücklicherweise nicht.

"Es war das Szenario für eine Übung, wie wir sie von Zeit zu Zeit einmal durchführen", sagt Moritz Achilles, der für Management-Systeme zuständig ist. Allerdings im Normalfall ohne Luftrettung.

Rettungsübung von Betriebsfeuerwehr, Luftrettung und Werkschutz: Die Neptun-Werft wurde in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und im Umweltmanagement zertifiziert. 
Vorher wurde eine Rettungsübung absolviert, einen Rundgang über das Werftgelände gab  es auch.
Foto: Georg Scharnweber
Georg Scharnweber
Rettungsübung von Betriebsfeuerwehr, Luftrettung und Werkschutz: Die Neptun-Werft wurde in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und im Umweltmanagement zertifiziert. Vorher wurde eine Rettungsübung absolviert, einen Rundgang über das Werftgelände gab es auch. Foto: Georg Scharnweber


Gleich zwei Zertifikate erhalten

Aber diese Übung sollte den Bogen zu zwei Zertifikaten schlagen, mit denen die Neptun Werft am Montag von Markus Bleher von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystem (DQS) ausgezeichnet worden ist. Viele sicherheitsrelevanten Fragen wie Umgang mit umwelt-, arbeits- und gesundheitsschutzrelevanten Themen waren monatelang auf dem Prüfstand der Kontrolleure der DQS. Seit 2018 ist der Bereich Integriertes Managementsystem für alle Prozesse, Arbeitsbedingungen auf der Werft. Dabei wurden Potenziale ermittelt und Maßnahmen zur Umsetzung definiert. Die wachsende Zahl eigener Mitarbeiter und die steigende Anzahl an Lieferanten erfordern ein rechtlich konformes und transparentes System mit einheitlichen Verhaltens- und Kontrollregeln.

"Wir wollen großtmöglichste Sicherheitsstandards"

"Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut, durch sie erlangen unsere Produkte ihre hochwertige Qualität", sagt Neptun-Werft-Geschäftsführer Manfred Ossevorth. "Uns ist es daher ein persönliches Anliegen, durch präventive Maßnahmen und fortlaufende Verbesserung größtmöglichste Sicherheitsstandards zu erreichen". Er nennt auch die Konsequenz: "Wir senken dadurch die Anzahl von Arbeitsunfällen, gewährleisten hohe Produktqualität und präsentieren uns für Fach- und Führungskräfte als attraktiver Arbeitgeber", so der Neptun-Chef.

"Die Neptun-Werft hat sich hierbei auch vorbildlich engagiert und die Zertifizierung auch verdient", bescheinigt Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

Beim Rundgang durch die Werft gab es auch einen Einguck bei den modernen Flusskreuzfahrtschiffen der Reederei Viking River Cruises. "Sechs davon sind hier im Bau", sagt Ossevorth. Die sollen alle im Paket übergeben werden.

Zurück zur Zertifizierung: Sie bewirkt auch wirtschaftliche Effekte."Funktionierende Management-Systeme sind ein entscheidender Faktor, um unsere Produktiivität deutlich zu erhöhen, so Ossenvorth. Dazu zählt, dass die Werft jährlich vier Maschinenraum-Module an die Meyer Werft in Papenburg und Turku abliefern will. Perspektivisch soll die Zahl auf sechs gesteigert werden.

Oberbürgermeister beim Rundgang dabei

OB Claus Ruhe Madsen (parteilos) im Gespräch mit Luca Köhn und Christian Flöter. Die beiden absolvieren eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker, sind im 1. Lehrjahr. Die Neptun-Werft wurde in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und im Umweltmanagement zertifiziert.
Georg Scharnweber
OB Claus Ruhe Madsen (parteilos) im Gespräch mit Luca Köhn und Christian Flöter. Die beiden absolvieren eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker, sind im 1. Lehrjahr. Die Neptun-Werft wurde in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und im Umweltmanagement zertifiziert.

Auch Rostocks neuer Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen parteilos) hat zum Anlass der Zertifizierung der Werft einen Besuch abgestattet. "Ich bin beeindruckt davon, ich habe mich auch mit den Mitarbeitern unterhalten von den ganz jungen bis zu den reiferen", sagt Madsen. Er hat während des Rundgangs auch bei der Werft für sein Projekt geworben, Langzeitsarbeitslose in Jobs zu vermitteln. Dafür hat er versprochen, sich persönlich dafür einzusetzen, dass manche Anträge für Baugenehmigungen von der Verwaltung zügiger bearbeitet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen