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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 04:45 Uhr

Unwetterwarnung : Warnemünde steht Sturmflut bevor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eindringendes Nordseewasser erhöht den Druck. Auswirkungen erst am Freitag vollständig sichtbar. #wirkoennenrichtig

In der Ostsee ist aktuell mehr Wasser als gewöhnlich. Jetzt kommt Tief Axel und drückt diese Mengen an die deutsche Küste. Experten erwarten deswegen heute Nacht eine Sturmflut, vielleicht sogar erneut eine so schwere wie zuletzt 2006.

In den vergangenen Tagen sei bei einer anhaltenden Südwest-/Westwetterlage viel Wasser aus der Nordsee bis in die zentrale Ostsee gedrückt worden, sagte gestern Ines Perlet vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH). Das von Skandinavien nach Russland ziehende Tief Axel schiebe von der zentralen Ostsee den Wasserberg an die südliche Küste. Der Sturm selbst halte sich mit Windstärken um 7, maximal 8 in Grenzen. „Einige werden sich wundern, warum es deshalb bei moderaten Windstärken hohe Wasserstände geben wird“, sagte Jürgen Holfort vom BSH. Doch bei einem hohen Füllungsgrad der Ostsee – wie aktuell – reiche selbst ein kleinerer Sturm aus, um eine größere Sturmflut zu bewirken.

Auch morgen werde mit hohen Wasserständen gerechnet, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Die Auswirkungen der Sturmflut würden erst Freitag vollständig sichtbar sein. Nach Angaben des Umweltministeriums werden die vorhergesagten Wasserstände zur Überflutung von Stränden und Dünenabtragungen führen.

Ähnlich schwere Sturmfluten hatten die deutsche Ostseeküste nach Angaben des BSH am 21. Februar 2002 und am 1. November 2006 erreicht. Damals stieg das Wasser in Warnemünde auf 1,58 Meter (2002) und 1,62 Meter (2006) über Normal. Das Tief zieht nordöstlich über MV. Der Wind mit Sturmböen drehe dabei von Südwest über Nordwest auf Nordnordost, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm vom Wetterdienst Meteomedia. Diese Drehung des Windes führe zum so genannten „Badewanneneffekt“. Das Wasser werde erst von den Küsten weggedrückt und schwappe mit dem Drehen des Windes wieder in voller Wucht an die Küsten zurück.  

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