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Testobjekt für Industrie : Warnemünde: Plan für einen Windpark

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ex-Bundesumweltminister mahnt Verlässlichkeit an

Die Hälfte des rund zehn Kilometer auf der Ostsee vor Warnemünde geplanten Windparks soll der Windkraftindustrie für Testzwecke zur Verfügung stehen. „Wir wollen für den Testbereich zwölf Windräder sicherstellen“, sagte Energieminister Christian Pegel (SPD) gestern in Rostock bei der Fachkonferenz „Wind und Maritim“ mit rund 350 internationalen Teilnehmern.

Diese Größenordnung habe die Offshore-Stiftung als ihr Wunschziel für ein wirklich ertragreiches Testgebiet genannt. Die andere Hälfte des Gebiets sei für einen kommerziellen Windpark vorgesehen. Pegel ging davon aus, dass der Baubeginn in den 2020er-Jahren liegen wird. „Dann wird es vermutlich Anlagen mit mehr als der doppelten Leistungskraft von heute geben.“

Bei der Konferenz mahnte Ex-Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) mehr Verlässlichkeit in der deutschen Energiepolitik an. Es sei bei kapitalintensiven Branchen von zentraler Bedeutung, dass sich Investoren auf die einmal festgelegten Rahmenbedingungen verlassen können. Diese dürften nicht ständig geändert werden.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Windenergie-Netzwerks Mecklenburg-Vorpommern, Andree Iffländer, kritisiert, dass die Pläne der Bundesregierung zur Vergütung von Strom aus Windenergie erhebliche Nachteile mit sich bringen werden.

Töpfer betonte, dass die Windkraftbranche zurzeit Steherqualitäten brauche. Die Verlässlichkeit sei wichtig, da der enorme Kapitaleinsatz refinanziert werden muss. Da sei es widersinnig, in einer Zeit mit derart niedrigen Zinsen die Bremsen anzuziehen. „Wir stehen international unter sehr genauer Beobachtung“, sagte Töpfer. „Erfüllen wir denn unsere Verpflichtungen? (...), im Augenblick erfüllen wir sie nicht – deutlich nicht.“ Ein Grund dafür sei, dass die Preise für fossile Energieträger so niedrig lägen wie schon Jahre nicht mehr. „Wir müssen belegen, dass die Energiewende wirkt“, forderte Töpfer.

Die Windkraftbranche befürchtet wegen der EEG-Novelle eine jahrelang anhaltenden Delle bei der Energiewende, zumal auch der Netzausbau mehr als schleppend vorankomme. Andree Iffländer forderte die Bundesregierung auf, die Ausschreibungsbedingungen so zu wählen, dass die Zahl der Anbieter in der Windkraftbranche nicht gefährdet wird.

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