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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 04:38 Uhr

gartendenkmal : Wallanlagen: Pläne überarbeitet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Von den 432 Bäumen sollen trotzdem noch 225 gefällt werden / Naturschutzverbände kritisieren fehlerhaftes Gutachten

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Sanierung der Dreiwall- und Heubastion in den Wallanlagen kommt, allerdings in abgeschwächter Form. Am Mittwochabend hat die Verwaltung die überarbeiteten Pläne im Ortsbeirat Stadtmitte vorgestellt – und ist dabei erneut auf zum Teil heftige Kritik gestoßen.

Vor allem den Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag nahmen die Besucher und Vertreter der Naturschutzverbände ins Visier. Er sollte eigentlich die Basis für die Planung sein und sie rechtlich absichern. „Aber in Teilbereichen sind naturschutzrechtliche Anforderungen gar nicht berücksichtigt“, sagt Ralph Emmerich vom Naturschutzbund Deutschland. Sein Kollege Markus Brost vom Bund für Umwelt und Naturschutz überreichte dem Ortsbeirat 2000 Unterschriften für den Erhalt des Ist-Zustands.

Formale rechtliche Mängel im Artenschutzgutachten räumt auch Stefan Neubauer, Chef des Amts für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege, ein. Seine Mitarbeiter seien dabei, das Papier noch einmal gründlich zu überarbeiten. Neubauer hält dennoch daran fest, „im nächsten Winterhalbjahr mit den Fällungen zu beginnen“. Von den 342 Bäumen an der Dreiwallbastion sollen 183 weichen, an der Heubastion werden 42 der 90 Bäume gefällt. Gründe dafür sind beispielsweise die gefährdete Standsicherheit, technische Erfordernisse, die Herstellung von Sichtachsen und die Freistellung der übrigen Pflanzen.

„Unser Ziel ist es, langfristig einen guten, gesunden Baumbestand zu entwickeln“, sagt Landschaftsarchitekt Stefan Pulkenat. Er versichert: „Ich mache das seit Jahrzehnten – die Bäume werden Luft und Licht bekommen und wachsen.“ Aktuell sei die Parkanlage an vielen Stellen einfach nur zugewuchert, vor allem von Ahorn. „Das würde selbst ein Förster nicht so lassen“, sagt Pulkenat. Die Pflegemaßnahmen werden sich ihm zufolge auch positiv auf die Artenvielfalt auswirken.

„Wir nehmen die Bürgerhinweise gerne auf, sofern sie machbar sind“, sagt Gerd Stolle von der verantwortlichen Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung. Allerdings ließen die denkmalpflegerische Ziele, die von der Bürgerschaft für die Wallanlagen beschlossen wurde, wenig Spielraum zu. Die insgesamt 4,2 Millionen Euro, die zu einem Großteil aus Fördermitteln stammen, für andere Vorhaben wie die Sanierung der Mühlendammschleuse einzusetzen, sei rechtlich völlig ausgeschlossen.

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