Rostocker Heide : Wald erleben auf Entdeckerpfad

An der Station Waffen der Natur überprüfen Angelika Stoll (l.) und Katrin Kuhr den Fortschritt der Arbeiten. Hier fehlen nur noch die Rohre, durch die die Besucher später schauen können.  Fotos: Antje Kindler
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An der Station Waffen der Natur überprüfen Angelika Stoll (l.) und Katrin Kuhr den Fortschritt der Arbeiten. Hier fehlen nur noch die Rohre, durch die die Besucher später schauen können. Fotos: Antje Kindler

An 15 Stationen sollen Besucher in Kombination aus Info und Spiel mehr über die biologische Vielfalt der Rostocker Heide erfahren.

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03. Juni 2016, 08:00 Uhr

Dass es so einiges im Wald zu entdecken gibt, können dessen Besucher schon bald selbst erleben. Derzeit entsteht im Forst Wiethagen in der Rostocker Heide ein barrierearmer Entdeckerpfad. „Die Idee ist, die ganze biologische Vielfalt der Lebensräume Wald, Küste, Wiese, Wasser, Heide, Moor und Meer darzustellen, die die Besucher in der Rostocker Heide vorfinden“, sagt Angelika Stoll, Sachbearbeiterin für Naturschutz beim Stadtforstamt. An 15 Stationen erfahren Besucher zum Beispiel, was biologische Vielfalt überhaupt ist und lernen die Baum- und Artenvielfalt in der Rostocker Heide kennen.

„Wichtig dabei ist die Kombination aus Information und Spiel“, weiß Jörg Harmuth, Leiter des Stadtforstamtes. „Deshalb können sich Besucher an den einzelnen Abschnitten zum Beispiel selbst wie ein Insekt fühlen, mithilfe von Lernelementen Wasserstände messen, etwas über die Samenverbreitung der Bäume erfahren und erleben, wie es sich anfühlt, auf Moor zu laufen“, ergänzt Katrin Kuhr. Die 56-Jährige aus Gotha ist die zuständige Planerin. Mit ihrem Konzept „Haltestelle Natur“ überzeugte sie die Jury des Ideenwettbewerbs, der 2014 ausgerufen wurde. „Die Besucher können zum Beispiel an der Station Waffen der Natur auf dem ehemaligen Schießplatz durch Röhren schauen und im Vergleich zu alten Aufnahmen sehen, wie schnell die Natur sich wieder ihren Raum zurückerobert“, sagt Kuhr.

Bis Juni sollen im ersten Bauabschnitt zehn Stationen fertiggestellt werden, die restlichen folgen in einem zweiten nächstes Jahr. „Der Plan ist, dass alles Ende 2017, Anfang 2018, also spätestens zum Stadtjubiläum, fertig sein soll“, sagt Harmuth. Dann sollen auch alle Stationen ihre Infotafeln erhalten, auf denen Wissenswertes vermittelt wird. „Zudem ist eine App geplant, die die Angebote vor Ort ergänzen soll und zum Beispiel einen Audioguide für Blinde anbietet“, verrät Stoll.

Der Entdeckerpfad wird zu 75 Prozent aus Fördermitteln finanziert. Hierfür stehen 360 000 Euro zur Verfügung. Die restlichen 120 000 Euro stammen aus Drittmitteln und Eigenanteilen der Stadt.

Präsentiert die Route des neuen Pfades: Jörg Harmuth.
Präsentiert die Route des neuen Pfades: Jörg Harmuth.
 

Der Entdeckerpfad und seine Stationen

  • Länge: drei Kilometer lange Schleife mit neun Stationen für Wanderer, sechs Außenstationen für Radfahrer, elf Kilometer
  • Stationen: Mitten im Netz (Infos über biologische Vielfalt), Fledermaushaus, Waffen der Natur, Riesenwiese (Besucher können sich wie ein Insekt auf der Wiese fühlen), Rastplatz schiefe Pfütze und Wasserstand (Messen von Wasserständen an zwei Beispielen), Rostocker Nachtleben (nachtaktive Tiere), Pension Eiche (tierische Bewohner), Borke, Blatt und Co. (Baumvielfalt), Apotheke Wald, Warenhaus Wald (Nutz-, Schutz-, Erholungsfunktion), Klein aber oho (Organismen im Todholz), Moor and more, Alle Vöglein …, Wind und Wellen (Küstendynamik)
  • Plan: Auf der Bahnstrecke Rostock-Graal-Müritz soll eine zusätzliche Haltestelle beim Start des Entdeckerpfads eingerichtet werden, Gespräche mit der Deutschen Bahn laufen bereits
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