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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 19:55 Uhr

Prozess : Waffenarsenal in Omas Wohnung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Polizei entdeckt Pistolen, eine Flinte, Bundeswehrmunition – und jede Menge Drogen / Prozess gegen Tom J. (23) beginnt

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 07:55 Uhr

Im Landgericht Rostock ist gestern das Strafverfahren gegen den 23-jährigen Tom J. aus Bützow eröffnet worden. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn des unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Verbindung mit unerlaubtem Waffenbesitz. Tom J. hat eine Mindeststrafe von fünf Jahren zu erwarten. Er meinte, ganz clever zu sein. Aber die Ermittler kamen ihm auf die Schliche: Am 22. November 2013 fanden gleichzeitig in zwei Bützower Wohnungen Hausdurchsuchungen statt. Einmal bei Tom J. und in der gegenüberliegenden Wohnung auf der Etage, die seiner Großmutter gehörte. „Wir bemerkten sofort den starken Geruch nach Marihuana. Aber das war erst der Anfang“, berichtete gestern eine Rostocker Polizistin, die dabei war. Neben zwei Kilogramm Marihuana, 1,2 Kilogramm Drogen-Pilzen wurden Amphetamine, Haschisch, LSD, Kokain, Cannabispflanzen und im Keller eine Indoor-Anlage gefunden.

In einem Zimmer in der Wohnung der Großmutter kam ein ganzes Waffenarsenal zu Tage. Darunter eine ältere Browning-Pistole, eine Luger-Pistole von 1988, eine belgische Doppelflinte mit abgesägtem Lauf aus dem Jahr 1968, eine Büx-Flinte aus Deutschland, 1966 hergestellt, eine Armbrust in einer Breite von 1,03 Meter mit Stahlbogen, Bolzen und Kugeln. Alle Waffen funktionierten. Das hatten die Waffenexperten des Landeskriminalamtes festgestellt. Zu diesen Waffen wurden Unmengen von Magazinen und Munition gefunden. Außerdem Kartuschenmunition, Gewehrmunition aus den Beständen der Bundeswehr, verbotene Rauchmunition und Pyrotechnik.

Er sei schon als kleiner Junge ein Waffennarr gewesen, erklärte der Angeklagte gestern. Er wollte die Waffen aber nicht in seiner eigenen Wohnung haben. Dass die Wohnung seiner Oma durchsucht werden würde, hätte er nie angenommen. Erschwerend für ihn kommt hinzu, dass die Ermittler in der Wohnung der Großmutter ein vierjähriges Mädchen und einen zehnjährigen Jungen bei unverschlossenem Waffenlager vorfanden und die beiden Pistolen scharf geladen waren. Seit seinem 15. Lebensjahr konsumiere er Drogen, sagte Tom J. Mit dem Drogenhandel habe er aber erst im Frühjahr 2013 begonnen. Vorher habe er nur Drogen für den Eigenbedarf erworben. Die gefundene Menge an Marihuana will er auf einem Musikfestival auf Kommission gekauft haben. Das nahm ihm das Gericht nicht ab. „Kein Dealer gibt 2,5 Kilogramm Marihuana ohne Garantie ab“, meinte der Vorsitzende Richter. Welches Festival das war, wollte der Angeklagte nicht sagen. Er gab weder die Namen seiner Drogenlieferanten, noch von wem er die Waffen kaufte preis. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

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