Verkehr : Wachstumsprognose steuert Verkehr

Beim 4. Bürgerforum zum Mopz haben Rostocker das Verkehrskonzept kennengelernt, das bis 2030 umgesetzt sein soll.
Beim 4. Bürgerforum zum Mopz haben Rostocker das Verkehrskonzept kennengelernt, das bis 2030 umgesetzt sein soll.

Mobilitätsplan Zukunft (Mopz) umgestrickt: Statt Südtangente sollen Warnowbrücke und Grüne Welle kommen.

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12. Oktober 2016, 12:00 Uhr

Braucht Rostock eine Südtangente oder die Straßenbahn bis in den Seehafen? Wie werden Anbindungen mit dem Rad und zu Fuß verbessert? Seit drei Jahren arbeiten Hansestadt und die beauftragten Planer am Mobilitätsplan Zukunft (Mopz), der bis 2030 den Verkehr flüssiger machen und die angestrebten Emissionswerte erfüllen soll. Gestern haben Gutachter beim 4. Bürgerforum zum Mopz die wichtigsten Maßnahmen vorgestellt.

Oberste Prämisse: Bis 2030 sollen nur noch 30 Prozent aller Verkehrswege per Pkw zurückgelegt werden, der Rest im Umweltverbund: zu Fuß, mit Rad oder dem öffentlichen Personennahverkehr. „Wir sind ursprünglich von zwei Szenarien ausgegangen, die letztlich beide nicht umsetzungsfähig sind, um die Ziele zu erreichen“, sagt Dirk Ohm, Gutachter des Ingenieurbüros Ivas. Hauptgrund: Die Berechnungen hatten die Planer basierend auf einer Einwohnerzahl von 215 000 getätigt – „die jüngste Prognose rechnet jetzt jedoch mit 240 000, inklusive Nebenwohnsitz“, so Ohm. Deshalb habe man jetzt ein Zielszenario entwickelt, dass unter anderem die Erweiterung im Süden einbeziehe.

Vom Tisch sind damit die Mautsenkung für den Warnowtunnel, die Entstehung der Südtangente sowie auch die Straßenbahnanbindung des Seehafens – vorerst, sagt Ohm, man solle die Möglichkeiten offen halten. Stattdessen stehen der Bau von Radschnellwegen von Lichtenhagen über Stadtmitte bis in den Nordosten auf dem Plan, ebenso wie die Entstehung einer Warnowbrücke, die Bahntrasse nach Schutow und Biestow. Denkbar sei längerfristig sogar eine Verbindung von Kassebohn und Stadtmitte über die Warnow.

Auch in puncto Mobilitätsmanagement müsse die Hansestadt aktiv werden: Bessere Ampelschaltungen für alle Verkehrsteilnehmer und die Entzerrung des Berufsverkehrs stünden auf der Agenda des Amts für Verkehrsanlagen. Die Endfassung des Mopz soll im November stehen, dann durch Ortsbeiräte und Ausschüsse gehen sowie im Februar von der Bürgerschaft beschieden werden. Auf die Grüne Welle müssen Rostocker allerdings noch bis zur finalen Umsetzung des Plans in 2030 warten.

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