Rostock : Wachstum nur bei rollender Fracht

Im Austausch über die Ergebnisse: Gernot Tesch (Rostock Port), Kristian Fleck (Finnlines), Volker Pürwitz (Transfennica), Grudrun Köhler (TT-Line), Martin Wahl (Stena Line), Hafenkapitän Gisbert Ruhnke, Heiko Kähler (Scandlines), Kielo Vesikko (Finnlines) und Jens A. Scharner (Rostock Port, v. l. )  Fotos: Reiner Frank
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Im Austausch über die Ergebnisse: Gernot Tesch (Rostock Port), Kristian Fleck (Finnlines), Volker Pürwitz (Transfennica), Grudrun Köhler (TT-Line), Martin Wahl (Stena Line), Hafenkapitän Gisbert Ruhnke, Heiko Kähler (Scandlines), Kielo Vesikko (Finnlines) und Jens A. Scharner (Rostock Port, v. l. ) Fotos: Reiner Frank

Rostocker Hafen präsentiert Halbjahresbilanz: Starke Entwicklung im Fährverkehr, aber Defizite bei Schütt-, Stück- und Flüssiggütern.

svz.de von
13. Juli 2018, 08:00 Uhr

Als die Manager von Rostock Port gemeinsam mit Fährreedern und Hafenkapitän an Bord der „Rostocker 7“ gestern die Halbjahresbilanz des Rostocker Hafens präsentieren, herrscht gähnende Leere an den Kais. Lediglich die Scandlines-Fähre „Berlin“ legt aus Gedser kommend an, um wenig später wieder Kurs Dänemark zu nehmen. Der Frachter „Stromi“ lädt Zucker für Finnland. Der Ro-/Ro-Frachter „Bore Bank“ löscht Papier aus Kotka. Boomender Hafenbetrieb aber sieht anders aus. Das verdeutlichen auch die erreichten Umschlagergebnisse.

Im Überseehafen gingen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar 13 Millionen Tonnen Fracht über die Kais, das waren aber 800 000 Tonnen weniger als im Vorjahreszeitraum. Rückgänge bei Getreide, Kohle und Zement, aber auch bei Flüssiggütern schmälern die Bilanz. Defizite durch Ernteverluste, Revisionsarbeiten im Kraftwerk und der Bedarf der Bauindustrie im Inland, was seeseitige Exporte erübrigt, schlagen zu Buche, wie Rostock Port-Geschäftsführer Gernot Tesch veranschaulicht. 400 000 Tonnen Weizen und Gerste, 370 000 Tonnen Kohle, 135 000 Tonnen Raps und knapp 100 000 Tonnen Zement wurden weniger umgeschlagen. Bei Stück- und Flüssiggütern gibt es Rückgänge um 19 und 24 Prozent. Und auch der Fischereihafen verzeichnet ein deutliches Minus bedingt durch weniger Holzzufuhren für das Zellstoffwerk Stendal, wie Hafenkapitän Gisbert Ruhnke anmerkt.

Die rollende Fracht des Fähr- und Ro-/Ro-Verkehrs – im ersten Halbjahr mit einem Anteil von 67 Prozent des Gesamtumschlags – verzeichnet dagegen ein Plus von sieben Prozent, kann die Defizite insgesamt aber nicht ausgleichen. Auf den drei Fähr- und Ro-/Ro-Verbindungen von und nach Dänemark, Schweden und Finnland wurden 210 098 Lkw transportiert – immerhin neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Umschlag von wertintensiven Papierrollen wuchs auf 416 000 Tonnen und liegt somit auf Rekordkurs. Die Zahl der beförderten Fährpassagiere stieg auf 1,05 Millionen. Allein Scandlines steuert neuen Rekorden entgegen, beförderte im ersten Halbjahr fast 10 000 Passagiere mehr und legte bei Fracht gar um 13 Prozent zu, wie Geschäftsführer Heiko Kähler berichtet. Auch Stena Line verzeichne eine gute Geschäftsentwicklung mit 15 Prozent mehr Gästen und 19 Prozent mehr Fahrzeugen, erklärt Marketingchef Martin Wahl. Ebenso nehme die Nachfrage nach Bahntransporten zu, ab September wird mit der „Sassnitz“ an einigen Tagen eine weitere Eisenbahnfähre eingesetzt.

Gudrun Köhler, Pressesprecherin der TT-Line, meldet eine neue Verbindung über Trelleborg weiter nach Klaipeda. Kielo Vesikko, Linienmanagerin bei Finnlines, versichert, dass auch zwischen Rostock und Hanko die Kapazitäten mit dem Ausbau der hier eingesetzten Schiffe erweitert werden.

Der Fähr- und Ro-/Ro-Verkehr ist für den Rostocker Hafen zu einem Wachstumstreiber geworden, konstatiert Rostock Port-Geschäftsführer Jens A. Scharner. Auch deshalb wird die Infrastruktur des Hafens weiter ausgebaut. So werden unter anderem die Liegeplätze 62 und 63 erweitert, damit künftig hier auch Ro-/Ro-Schiffe von über 230 Meter Länge bedient werden können.

Zahlen und Fakten

210 098 Lkw (plus neun Prozent) und 65 446 Trailer (minus ein Prozent) rollten über die Kaikanten.

8002 Eisenbahnwaggons verschifft (das waren 565 mehr).

Auf 189 150 stieg die Anzahl der beförderten Pkw (vier Prozent mehr).

37 Kombiverkehrszüge waren abzufertigen und die hiermit beförderten Ladungseinheiten sanken um zehn Prozent auf 38 695.

Auf drei Millionen Tonnen und somit rapide um ein Viertel ging der Umschlag von Schüttgütern zurück.

Knapp vier Millionen Euro wurden zur Verbesserung der Infrastruktur investiert.

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