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Sanierung : Vorwurf: Hansestadt verschwendet 350 000 Euro

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Laut Chef der Straßenmeisterei Pastow, Helge Bothur, sind die Arbeiten in der Friedrichstraße überflüssig

von
erstellt am 09.Jul.2015 | 06:00 Uhr

Mit der ab Montag, 13. Juli, startenden Sanierung des südlichen Friedrichstraßenabschnitts verschwendet die Stadt ihr eigenes knappes Geld – und dazu noch Fördermittel des Landes. Diesen Vorwurf erhebt Helge Bothur (Linke), Mitglied im Bauausschuss und Chef der Straßenmeisterei Pastow. „An anderen Stellen diskutieren wir über 5000 Euro – hier sind es fast 350 000, unter anderem für gelbes Klinkerpflaster auf den Gehwegen“, sagt er. Und das sei nur der Anteil der Stadt.

Bei Gesamtkosten von 721 000 Euro ergebe sich ein Quadratmeterpreis von 227 Euro. „Das ist astronomisch“, so Bothur. Für das – aus seiner Sicht derzeit komplett überflüssige – Vorhaben würde in Vergleichsfällen die Hälfte des Geldes genügen. „Nur weil Fördermittel kommen, die Straße zu sanieren, da habe ich ein großes Problem mit“, sagt der Fachmann. Andere Straßen in der Stadt seien in einem weitaus schlechteren Zustand. Großpflaster und Fugen vor Ort seien völlig in Ordnung und für das erklärte Ziel der Barrierefreiheit genüge es, die Bordsteine ganz einfach abzusenken.

Die vorhandenen Schäden in dem Bereich seien vor allem auf schwere Maschinen privater Bauherren zurückzuführen. Damit stünden diese in der Pflicht, den Ursprungszustand wieder herzustellen, nicht die Stadt. Verschärfend komme hinzu, dass durch die geplanten Bäume Parkplätze im Brennpunkt Kröpeliner-Tor-Vorstadt wegfallen. Und auch die zeitweise Vollsperrung sei den Anwohnern bei zur Verfügung stehenden fast 14 Metern Straßenbreite nicht zuzumuten. „Als Bauherr kann ich bei der Ausschreibung eine halbseitige Sperrung vorgeben“, so Bothur. Die zuständige Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) habe dies nicht getan.

Deren Chef Reinhard Wolfgramm wehrt sich gegen die Vorwürfe. Zum einen sei die Friedrichstraße seit Anfang der 90er-Jahre zwar mehrfach durch Wasser-, Strom- und andere Versorger aufgegraben und wieder verschlossen worden. Aber „es ist nie etwas aus einem Guss gemacht worden“. Auch sei die finanzielle Angemessenheit des Vorhabens durch eine baufachliche Prüfung abgesichert. „Es gibt Sachen, die von Fachleuten unterschiedlich beurteilt werden“, sagt Wolfgramm. Er verspricht: „Wir werden alles tun, um die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten.“ So werde die Belieferung der Gewerbebetriebe in der Straße auch während der Arbeiten sichergestellt.

Gestern wurde die Ausführungsplanung noch einmal im Ortsbeirat vorgestellt. Das Gremium hatte dem Vorhaben aber schon im September vergangenen Jahres zugestimmt. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, so Wolfgramm.

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