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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 03:58 Uhr

Vorerst Waffenstillstand im Fall Josy

vom

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 07:12 Uhr

Warnemünde | Im Streit um den Nymphensittich Josy aus Warnemünde hat es gestern eine überraschende Wende gegeben. Zu diesem Tag hatte die Hansestadt einen Termin angesetzt, bei dem ein Vollstreckungsbeamter ein Bussgeld in Höhe von 200 Euro bei Ehepaar Möller von der gleichnamigen Galerie kassieren sollte. Vollzugsbeamter Klaus Boeckenhauer kam statt der Geldforderung mit einer positiven Nachricht, die erst einmal zum Waffenstillstand zwischen den Parteien führt. "Das Bussgeld ist vorerst ausgesetzt, das Veterinäramt wird sich mit uns in Verbindung setzen", sagt Peter Möller. Die Atmosphäre war konstruktiv und von keiner Seite feindlich. "Die Angelegenheit wird weiter geprüft. Einen weiteren Erklärungsbedarf gibt es derzeit nicht", teilte Sprecherin Kerstin Kanaa im Auftrag der Hansestadt Rostock mit.

Im Vorfeld hatten es der 15-Jährige Josy und seine Halter zu deutschlandweiter Bekanntheit gebracht. Grund dafür war eine anonyme Anzeige wegen vermeintlicher Tierquälerei. Der Vorwurf der Amtstierärztin: Josys Käfig soll zu klein sein, außerdem schätzt sie den Aufenthalt in der Galerie als zu stressig ein. Sie fordert außerdem einen größeren Käfig für Josy. Dieser lässt sich allerdings nicht in die darüber liegende Wohnung der Galeristen transportieren, wo Josy im Gegensatz zu anderen Artgenossen 170 Quadratmeter zum freien Fliegen zur Verfügung hat. "Hinzu kommt, dass derkritisierte Käfig im Handel ls ein solcher für Nymphensittiche verkauft worden ist", sagt Möller.

Seit dem Bericht in den NNN über diesen Konflikt zwischen der Stadt und den Galeristen, ist das Thema ein gefundenes Fressen für Fernsehsender, die manchmal die Frage aufgeworfen haben, wer eigentlich in diesem Fall einen Vogel hat. Und um das abzumildern, hatte der Oberbürgermeister Wolfgang Horn vom Tierschutzverein eingeschaltet, um zwischen den Parteien zu vermitteln. Das Angebot, dass der Zoo einen großen Käfig stiften würde, fanden Möllers vom Ansatz nett, aber das geht zum Anfang des Konfliktes zurück. Ein größerer Käfig im Laden erfordert einen zweiten für den Transport in die darüber liegenden Wohnung. "Das Umsetzen bereitet dem Vogel wirklich Stress", so Galeristin Ulrike S. Möller.

Jetzt sind alle gespannt, wie es im Fall Josy weiter geht. Eigentlich interessiert Möllers, wer mit der Anzeige wegen vermeintlicher Tierquälerei diese Lawine ins Rollen gebracht hat, die zum Streit zwischen den Galeristen und der Stadt geführt hat. "Josy geht es besser als vielen Tieren, das Amt ist sicher bei manchen anderen Zuständen von Tierquälerei eher gefragt als hier", sagt Peter Möller. Er spielt auf Haltungsbedingungen in Mastanlagen an.

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