Straßenmusiker in Rostock : Vor dem Auftritt zum Amt

Die Musikstudenten Cornelius Rauch (l.), Amelie Olbrich und Torben Mahns spielen ab und an auf der Kröpeliner Straße. „Hin und her” nennen sie sich als Gruppe – ein passender Name, denn mit der neuen Regelung steht alle 30 Minuten ein Standortwechsel auf dem Programm.
Die Musikstudenten Cornelius Rauch (l.), Amelie Olbrich und Torben Mahns spielen ab und an auf der Kröpeliner Straße. „Hin und her” nennen sie sich als Gruppe – ein passender Name, denn mit der neuen Regelung steht alle 30 Minuten ein Standortwechsel auf dem Programm.

Rostock erlässt Auflagen für Straßenmusiker – Pausen und Mittagsruhe werden Pflicht, laute Instrumente verboten

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31. August 2016, 05:00 Uhr

Oft ist sie schön, manchmal aber auch schön laut – Straßenmusik. Bislang ist das Reglement für Künstler, die sich auf den Straßen der Hansestadt präsentieren wollen, eher moderat. Doch das soll sich ändern. Nach Beschwerden von Gewerbetreibenden und Anwohnern, die über Lärmbelästigung klagen, sollen die Auflagen nun verschärft werden. Die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit neue Richtlinien für Sänger und Instrumentalkünstler. „Straßenmusik ist ein wichtiger Bestandteil urbanen Lebensgefühls. Aber wenn die Musik laut und das Repertoire schmal ist, wird es für die unfreiwilligen Zuhörer echt anstrengend“, sagt Senator Chris Müller (SPD), in Rostock zuständig für Verwaltung, Ordnung und Finanzen.

Noch befindet sich die Allgemeinverfügung in der Abstimmung mit den betroffenen Ortsbeiräten von Stadtmitte und Warnemünde. Fest steht aber bereits, dass künftig eine Sondernutzung beantragt werden muss, sollten Gruppen von mehr als vier Musikern in den Fußgängerzonen auftreten wollen. Diese vergibt das zuständige Stadtamt.

Schon jetzt ist es Straßenmusikern nicht gestattet, akustische Verstärker bei ihren Darbietungen im öffentlichen Raum zu verwenden. Darüber hinaus soll aber auch das Spielen sehr lauter Instrumente untersagt werden. Welche genau das sind und woran die Lautstärke festgemacht wird, konnte Stadtsprecher Ulrich Kunze noch nicht sagen. Dies wird die endgültige Fassung der Verfügung klären müssen. Neben der Lautstärke soll auch die Dauer der musikalischen Beschallung geregelt werden. So sind Musiker künftig verpflichtet, in den sensiblen Bereichen wie Kröpeliner Straße und am Alten Strom einen Mittagspause einzuhalten. Unabhängig davon müssen sie spätestens alle halbe Stunde eine Pause einlegen und ihren Standort wechseln.

„Unsere neuen Regelungen sollen einerseits gewährleisten, dass eine möglichst große Zahl von interessierten Straßenmusikern sowie Künstlern ihr Können präsentieren dürfen, andererseits aber die Anwohner und die in den Geschäften und Büros Arbeitenden nicht zu sehr belästigt werden“, sagt Senator Müller. Der Ortsbeirat von Warnemünde hat die neue Verfügung schon einmal positiv aufgenommen und Ergänzungen eingebracht. Das Votum der Bürgervertreter von Stadtmitte steht noch aus.  

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