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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 10:58 Uhr

Warnemünde : Vor 100 Jahren: Pläne fürs Kurhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wirft seine Schatten bis ins Ostseebad, wie Freizeithistoriker Eckhart Peters aufzeigt

Freizeithistoriker Eckhart Peters beleuchtet das Geschehen in Warnemünde vor 100 Jahren. „Der Start ins Jahr 1914 war durch die Auswirkungen einer gewaltigen Sturmflut geprägt“, sagt er. Festgehalten ist sie unter anderem in der Rostocker Zeitung (RZ) vom 1. Januar 1914. Heute steht auf der damals überschwemmten Fläche neben dem Stephan-Jantzen-Park ein Parkhaus. Am 20. Februar 1914 wird über den Bau eines Wasserflugzeugplatzes geschrieben, den das Reichsmarineamt finanziert. Am 24. Februar heißt es, dass ein Wasserflugzeug aus Kiel problemlos landet und in den Neuen Strom einfährt.

Am 5. März 1914 ist davon die Rede, dass eine Anregung des Plattdeutschen Vereins von den Warnemündern positiv aufgenommen wurde: Eine Menge altertümlicher Gegenstände wie alte Bilder, Patentbriefe, Fischereigerätschaften, alte Waffen, Porzellan und Küchengeräte wurden dem Verein übergeben.

Am 19. März 1914 schreibt die Zeitung über die vom Stadtbaudirektor Berringer ausgearbeiteten und mit 500 000 Mark veranschlagten Pläne für den Bau eines Kurhauses. Der Entwurf wird am 3. Mai veröffentlicht. Das Kurhaus ist projektiert am Zusammentreffen der Seestraße und der Moltkestraße, das ist die heutige Kurhausstraße. Es soll einen 500 Quadratmeter großen Kursaal und ein zur Seeseite vorgelagertes Restaurant gleicher Größe erhalten. Dazu eine Seeterrasse. Die Gesamtkosten sind mit 550 000 Mark veranschlagt.

Am 7. Mai berichtet die RZ über die Gründung des Heimatmuseums. Die Aktivitäten des Vereins dienten der Bewahrung des Warnemünder Brauchtums. Folgerichtig war es der Plattdeutsche Verein, der in seiner Sitzung vom 12. Februar in Gaedckes Hotel den Vorschlag zur Gründung des Museums machte. Am Montag, 4. Mai 1914, konnte der Plattdeutsche Verein berichten: „Dörch de fründliche Unterstüttung von Herrn Dr. Barnewitz is disse Angelägenheit nu so wiet, dat dat Museum fix un farig is. Dat Museum is jeden Dag nahmiddags von 5 bis 7 up. Sünndags is dat Museum denn ganzen Dag up und sünd denn 25 Penning Intrittsgeld to betahlen.“

Am 21. Mai ging es um Maßnahmen zur Verhütung von Sturmflutschäden. Um die Enthüllungsfeier des Denkmals von John Brinckman zum 100. Geburtstag ging es am 5. Juli. Es wurde auf den Anlagen vorm Hotel Seestern (Haus des Sportes) aufgestellt. Der Sohn des Dichters, Konsul Brinckman, ist dabei.

Am 16. Juli ist davon die Rede, dass Vertreter der Bürgerschaft den fertiggestellten Flugplatz besichtigten. Mit Beginn des Krieges wurde überwiegend zu diesen Geschehnissen berichtet. Normale Ereignisse gab es fast nicht mehr. So ist am 1. August 1914 zu lesen: „Aufgrund der Maßnahmen zum Kriegsbeginn wurde der Internationale Ostseeflug abgesagt. Eine Kettenfähre für den Verkehr über den Neuen Strom traf im Schlepptau des Dampfers „Travemünde“ am 30. Juli in Warnemünde ein. Sie soll ab dem 1. August den Betrieb aufnehmen.“

Am 9. August geht es um die Arbeiten im Kurhaus. Sie werden wegen fehlender Arbeitskräfte infolge des Krieges eingestellt. Am 20. August geht es um die gegründete Ortsgruppe des Roten Kreuzes, sie sammelte in Warnemünde und umliegenden Dörfern 4000 Mark als Kriegshilfe. Das Alexandrahaus wird als Kriegslazarett eingerichtet. Am 15. Oktober ergeht die Weisung, dass alle Warnemünder, die Fremde in ihren Wohnungen aufnehmen, diese sofort der Vogtei melden müssen. Das gilt auch für Gasthöfe und Pensionen.

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