Handwerkerbildungszentrum in Rostock : Von Tischlern, Lackierern und Co.

Maler- und Lackiermeister Patrick Krupop (l.) zeigt Schüler Tobias Nolting ein modernes Verfahren zur Schriftzugherstellung.
Maler- und Lackiermeister Patrick Krupop (l.) zeigt Schüler Tobias Nolting ein modernes Verfahren zur Schriftzugherstellung.

Am Tag der offenen Tür im Handwerkerbildungszentrum konnten zahlreiche Besucher etwa 130 Berufe austesten.

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25. Februar 2018, 20:45 Uhr

Aktiv anpacken statt nur zugucken: Am Sonnabend hat der Tag der offenen Tür im Handwerkerbildungszentrum der Handwerkskammer (HWK) stattgefunden. Kinder und Jugendliche hatten von 10 bis 14 Uhr unter fachmännischer Anleitung die Möglichkeit, 130 handwerkliche Berufe auszuprobieren. Unterschiedliche Workshops luden dabei zum Backen, Hobeln, Fräsen oder Lackieren ein. Schüler Tobias Nolting war besonders fasziniert vom Workshop der Maler- und Lackiererei. „Mich interessiert das Handwerk im Allgemeinen, aber gerade unter diesem Beruf konnte ich mir bis jetzt noch nicht allzu viel vorstellen“, erzählt der 16-Jährige.

Er gestaltete im Workshop einen selbst gewählten Schriftzug per Plotterfolie. Maler- und Lackiermeister Patrick Krupop unterstützte den Schüler und erklärte ihm die Arbeitsschritte: „Mit einem Schneideplotter, einer Art Drucker mit Schneidekopf, wird eine Plotterfolie zurechtgeschnitten“, sagte Krupop. „Das Ergebnis wird dann mit einer Übertragungsfolie auf einen Untergrund übertragen. Zum Schluss wird das Ganze farblich mit einem Stupfpinsel ausgestupft“, erklärte der Ausbilder der Handwerkskammer. Die Methode werde als modernes Verfahren auch in der Ausbildung gelehrt.

Patrick Krupop freute sich besonders über die hohe Anzahl der Interessenten: „Der Durchlauf war tatsächlich größer als erwartet. Neben der Möglichkeit, den Nachwuchs an die Farbe heranzuführen, wurden viele Fragen über das Handwerk gestellt.“ Wer aber nicht nur Fragen aus Sicht der Ausbilder beantwortet haben wollte, sondern neugierig auf die Erfahrungen der Lehrlinge war, war bei Pit Burmeister und Tanja Hartmann an der richtigen Adresse. Die beiden Rostocker sind Azubis im zweiten Lehrjahr bei der Wirth Tischlerei & Innenausbau GmbH und können sich keinen anderen Beruf mehr vorstellen. Ihnen gefalle besonders die Abwechslung ihrer Arbeit. „Man fängt mit einfachen Sachen wie dem Fausten an. Dabei wird ein Brett der Länge nach mit einer Faustsäge aufgeschnitten“, erzählt Burmeister. „Dann folgen natürlich immer komplexere Arbeiten. Außerdem ist es toll, am Ende des Tages das fertige Produkt zu sehen“, ergänzt Tanja Hartmann.

Für Burmeister ist Holz ein „unglaublich schönes Material, um echt coole Sachen daraus machen“. Das Lob, das die beiden nach der Fertigstellung eines Projekts und getaner Arbeit erhalten, ist für die angehenden Tischler ein weiterer Anreiz, sich stetig zu verbessern und Neues zu lernen. Wer einen handwerklichen Beruf erlernen möchte, hat immer noch die Gelegenheit dazu. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Jens-Uwe Hopf, betonte, dass fachlicher Nachwuchs immer noch händeringend gesucht und auch gebraucht würde. Denn es werden noch immer 250 freie Lehrstellen im regionalen Handwerk angeboten.

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