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Von Oder bis Elbe: Bauschäden durch Mautpreller steigen

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erstellt am 29.Mär.2012 | 07:49 Uhr

Schwerin | Protest am Straßenrand: Löcknitz, Mirow, Neustadt-Glewe, Zahrensdorf, Neu-Gülze - entlang den Bundesstraßen 5, 191, 198 sowie der 104 wächst der Widerstand gegen Mautpreller im Ost-West-Verkehr. Nach der Einführung der Gebühr auf Autobahnen weichen täglich hunderte Lastkraftwagen auf die Straßen quer durch MV aus und lassen den Frust der Einwohner über Lärm- und Umweltbelastungen sowie Sicherheitsrisiken steigen. Vor allem in den Straßendörfern verschärfe sich die Situation, sagte Frank Ahlers von der Bürgerinitiative Neu-Gülze nahe Boizenburg. "Jede Disco mit solch einem Lärmpegel in der Nacht wäre längst geschlossen worden", kritisierte Marian Lopuszanski, Sprecher der Bürgerinitiative Mirow (Mecklenburgische Seenplatte).

Die Ost-West-Verbindung auf der B 198 über Neustrelitz zur B 191 nach Parchim und Ludwigslust zur B 5 nach Hamburg hat sich zu einer von Mautprellern am meisten genutzten Strecke zum Hafen nach Hamburg entwickelt. Die Verbindungen gehören zu den Straßen mit dem bundesweit höchsten Anteil von Schwerverkehr. Einer Verkehrszählung des Bundesamtes für Straßenwesen zufolge sind auf einigen Abschnitten der B 5 von den täglich bis zu 12 400 Fahrzeugen bis zu 26 Prozent Lastkraftwagen. Auf der B 104 fahren bis zu 16 400 Fahrzeuge, auf einigen Abschnitten ist jedes fünfte ein Lkw.

Von der Oder bis zur Elbe: Sowohl in Mirow als auch Neustadt-Glewe - landesweit steigen in den Häusern entlang der Straßen die Bauschäden größer. Unterschriftensammlungen, Straßenblockaden, Protestplakate - immer Einwohner wehren sich. So blockieren die Einwohner von Mirow jeden ersten Donnerstag im Monat die B198. Die Behörden reagieren nur zögerlich: Der Bau einer Ortsumgehung um Mirow wurde seit Jahren verschleppt, kritisierte Lopuszanski. Nun habe der Bund entscheiden, die Umfahrung erst nach 2015 zu bauen. Entlang der B 5 sind Tempo-30-Zonen eingerichtet worden, auch in den Ortsdurchfahrten der B 104 und 198. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) habe den Bund aufgefordert, die Standards zum Schutz der Anlieger vor verkehrsbedingten Beeinträchtigungen abzusenken, damit die zuständigen Landräte helfen können, teilte ein Sprecher mit. Darüber hinaus habe das Land beim Bund beantragt, die B 5 und die B 104 in die Mautstreckenausdehnungsverordnung aufzunehmen.

Genützt hat es wenig: Die Tempo-30-Zonen seien nutzlos, weil die Einhaltung der Geschwindigkeit kaum kontrolliert werde, klagt Frank Ahlers aus Neu Gülze. Kreise, Land und Bund müssten entlang der Strecken ein Nachtfahrverbot für Lkw und bessere Kontrollen durchsetzen, forderte Linken-Landtagsabgeordneter Torsten Koplin.

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