Forscherin verlässt Rostock : Von Hohe Düne nach Amerika

Medizinisches Training mit Fin: Der Seebär lebt seit einigen Jahren im Robbenforschungszentrum Hohe Düne und gehörte zu den Tieren, mit denen Biologin Nicola Erdsack gearbeitet hat.
Medizinisches Training mit Fin: Der Seebär lebt seit einigen Jahren im Robbenforschungszentrum Hohe Düne und gehörte zu den Tieren, mit denen Biologin Nicola Erdsack gearbeitet hat.

Biologin Nicola Erdsack forscht künftig mit Seekühen

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28. November 2015, 16:00 Uhr

Sie sitzt bereits auf gepackten Koffern für ein spannendes berufliches Abenteuer. Die promovierte Biologin Nicola Erdsack geht für zwei Jahre vom Robbenforschungszentrum Hohe Düne ins amerikanische Sarasota in Florida, konkret in das spendenfinanzierte Mote Marine Laboratory, ein Forschungsinstitut für Seekühe und andere Meerestiere. Nicola Erdsack hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Stipendium erhalten. Der Sog nach Amerika basiert auf ihrer Faszination für Seekühe. Sie schwärmt für diese friedlichen Kolosse mit einem Gewicht zwischen 300 und 600 Kilogramm. Sie sind eine bedrohte Art und haben ein freundliches und aufgeschlossenes Naturell. „Das sind die einzigen Vegetarier unter den Meeressäugern, sie ernähren sich von Seegraswiesen“, sagt die 45-Jährige.

Nach einem IT-Studium zog es sie zu einem anderen Fachgebiet: „Ich wollte Meeresbiologie studieren“, sagt die Wahl-Warnemünderin. Zeitgleich kam die Robbenforschungsstation von Prof. Guido Dehnhardt nach Hohe Düne. Vorher befand sich diese im Kölner Zoo. Prof. Dehnhardt erhielt eine Lichtenberg-Professur und Nicola war die erste Diplomandin in Hohe Düne. „Ich habe 2008 beim Aufbau mitgeholfen“, sagt sie. Im Anschluss erhielt die junge Forscherin ein Stipendium für ihre Promotion zum Thema Thermoregulation – dem Wärmehaushalt – der Robben. Die Arbeit mit den Robben hat ihr große Freude bereitet. „Unsere ganzen Untersuchungen basieren auf dem Training mit den Tieren“, erzählt die Wissenschaftlerin. „Die Robben machen das auf freiwilliger Basis, als Belohnung gibt es Fisch“, sagt die Tiertrainerin. Das Ade-Sagen bei Fin, Nick, Eric, Teun und den anderen Tieren ist ihr schwer gefallen. „Die Robben werden mir sehr fehlen, nach so vielen Jahren ist das wie mit Haustieren für mich, ich habe mit den Robben mehr Zeit verbracht als mit den meisten Menschen“, erklärt sie ihre Wehmut beim Abschied.

Momentan ist das Forschungsschiff der Marine Science Center Hohe Düne in der Werft, es gibt einen provisorischen Ponton für die Arbeit mit den Robben.

Auch in den USA knüpft sie an die Forschungsrichtung Thermoregulation an. Allerdings stehen hier statt Robben die Seekühe im Fokus ihrer wissenschaftlichen Forschungen. Sie vergleicht Daten von in Gefangenschaft und in der Wildnis lebenden Seekühen.

„Was mir mit Sicherheit nicht fehlt, das ist die hiesige Kälte und die langen Winter“, sagt die Biologin. Während die Robben kälteangepasst sind, brauchen Seekühe Wärme. Darüber mehr zu erforschen, das reizt sie sehr. „Hier an der Ostsee und in Warnemünde zu leben, das hat mir gut gefallen“, sagt Dr. Erdsack.

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