Tagung der Nobelpreisträger : Von Genies inspiriert

Das Prinzip der Gravitationskräfte zwischen den Planeten hat Nina Brauer längst verinnerlicht. Bei der Forschung zu den jüngst entdeckten Wellen unterstützt Klaus Viebranz die 15-Jährige.
Das Prinzip der Gravitationskräfte zwischen den Planeten hat Nina Brauer längst verinnerlicht. Bei der Forschung zu den jüngst entdeckten Wellen unterstützt Klaus Viebranz die 15-Jährige.

Klaus Viebranz will Forschergeist der Nobelpreisträger auf Schüler übertragen.

svz.de von
20. April 2016, 12:00 Uhr

Eine große Ehre wird dem Rostocker Lehrer Klaus Viebranz zuteil: Der Pädagoge, der seit 1982 Naturwissenschaften am Käthe-Kollwitz-Gymnasium unterrichtet, darf im Juni an der Nobelpreisträgertagung in Lindau teilnehmen. Dort findet zum 66. Mal ein Austausch zwischen 600 Studenten, Doktoranden und Nobelpreisträgern statt. Viebranz ist einer von 21 Pädagogen aus Deutschland, die in Lindau unter dem Motto „Teaching Spirit“ neue Ideen für den Unterricht entdecken können. „Für mich ist es Wahnsinn, diese Menschen zu treffen. Ich möchte die Begeisterung für ihre Spezialgebiete noch besser begreifen und mit nach Hause zu meinen Schülern bringen“, sagt der Pädagoge. Erst 2014 war Viebranz mit dem Lehrerpreis des Landes MV für sein besonderes Engagement ausgezeichnet worden.

„Natürlich kann man nie 100 Prozent der Schüler für seinen Fachbereich interessieren. Aber man kann einige anregen, aus eigenem Interesse die Arbeit an einem Thema fortzuführen“, sagt der Rostocker. So arbeitet die 15-jährige Nina Brauer in Kooperation mit der Uni Rostock bereits an einem Projekt für den nächsten „Jugend forscht“-Wettbewerb 2017. Aus Glasfaserkabeln will die Neuntklässlerin ein Sagnac-Interferometer bauen, mit dem die erst kürzlich entdeckten Gravitationswellen gemessen und nachgewiesen werden können. „Die Forschung fasziniert mich sehr, weil sie so zukunftsorientiert ist“, sagt die Schülerin. Man begebe sich immer wieder auf die Suche nach dem Warum und versuche, logische Erklärungen zu finden. Für Klaus Viebranz sei es der schönste Erfolg zu erleben, wie seine Schüler ihre Begabung für die Forschung nutzen und dafür ausgezeichnet werden. „Und vielleicht bekommt Nina eines Tages sogar den Nobelpreis“, sagt der Lehrer.

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